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Veraltet, verspätet, verrufen: SSW-Politikerin Nitsch fordert zügige und konkrete Verbesserungen im Bahnverkehr

Freigeschaltet am 27.05.2024 um 14:25 durch Sanjo Babić
Sybilla Nitsch (2024) Bild: SSW
Sybilla Nitsch (2024) Bild: SSW

Die DB Regio muss ihre Pünktlichkeit im Norden des Landes endlich erheblich steigern, fordert die verkehrspolitische Sprecherin der SSW-Landtagsfraktion, Sybilla Nitsch. Sonst drohe der Norden abgehängt zu werden und die Bahn ihren Stellenwert als klimafreundliche Alternative zum Auto nachhaltig zu verlieren, warnt Nitsch.

Vor allem im Netz West (Marschbahn) und dem Netz Mitte (RE7) habe die Deutsche Bahn mit Pünktlichkeitswerten von zuletzt unter 70 Prozent Bahnkunden verärgert und vergrault, ärgert sich die SSW-Verkehrspolitikerin.

"Ursache hierfür sind eben nicht nur ein paar aktuelle Baustellen auf den Strecken, wie häufig kolportiert wird, sondern eine ganze Reihe von Fehlentscheidungen und die schleppende Mängelverwaltung der Deutschen Bahn", sagt Nitsch.

Dazu gehörten ein über Jahrzehnte vernachlässigtes Schienennetz, eine verschleppte Modernisierung und Elektrifizierung der Strecken, ein deutlich verbesserungswürdiger Ersatzverkehr und der zunehmende Mangel an Triebzügen, Wagen und Personal.

"Das sind alles hausgemachte Probleme, die im Ergebnis immer wieder zur Verfehlung der Pünktlichkeitsziele der Bahn geführt haben. Und die sind, gerade im internationalen Vergleich, ohnehin eher genügsam", unterstreicht Sybilla Nitsch.

Der Amtsantritt des neuen DB Regio-Spitzenpersonals vor dem Verkehrsausschuss des Landtags am vergangenen Donnerstag sei dabei eher ernüchternd ausgefallen:

"Die neue DB-Regio-Chefin Nicole Berlin möchte ohne Zweifel vieles verbessern. Aber wir brauchen jetzt auch mal Butter bei die Fische. Dass es erstmal schlimmer wird, bevor es besser wird, haben wir schon zu oft gehört. Fakt ist, dass die Pünktlichkeit vertraglich zugesichert wurde. Und die Bahnkunden können zu Recht erwarten, dass diese Zusagen auch eingehalten werden", so Nitsch.

Dass in Husum ab September erstmals Triebwagenführer für die Marschbahnstrecke weitergebildet werden sollen, bewertet die SSW-Verkehrspolitikerin als positiv.

"Der Eisenbahncampus ist ein guter erster Schritt. Doch es müssen noch weitere Ausbildungen dezentral in den Norden verlagert werden, um dem Personalmangel in den Netzen West und Mitte effektiv entgegen zu wirken."

Der Vorschlag des Verkehrsministers Claus Ruhe Madsen, Züge auf der Marschbahn zu bestimmten Stoßzeiten nur noch zwischen Husum und Westerland pendeln zu lassen, klinge erstmal interessant, so Nitsch: "Allerdings finde ich es schon einigermaßen anmaßend, dass der Minister damit vor Wirtschaftsvertretern auf Sylt aufschlägt ohne im Vorfeld von Fachleuten prüfen zu lassen, ob sein Vorschlag auch nur im Ansatz realistisch ist."

Quelle: SSW

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