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Die spirituelle Dimension der Migräne-Aura (Teil 1)

Archivmeldung vom 04.07.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 04.07.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild 1: Beispiel einer typischen Migräne-Aura in der rechten Gesichtshälfte (Quelle: http://www.naramig.de/nar_all_ver_mig_in.htm).
Bild 1: Beispiel einer typischen Migräne-Aura in der rechten Gesichtshälfte (Quelle: http://www.naramig.de/nar_all_ver_mig_in.htm).

In den 1990er Jahren fanden unter Schulmedizinern ernst zu nehmende und sehr leidenschaftlich geführte Dialoge über die Zusammenführung von Religion und Medizin statt. In mehr als 100 Studien wurde festgestellt, dass Beschwerden und Krankheiten wie Diabetes, Leberkrankheiten, Herzkrankheiten, Krebs, Arthritis, chronische Schmerzen u.a. eher gelindert werden, wenn die Patientin oder der Patient spirituell aktiv ist.

Bild 2: Bild 2: Arten von subjektiven visuellen Phänomenen. Grafik: Floco Tausin
Bild 2: Bild 2: Arten von subjektiven visuellen Phänomenen. Grafik: Floco Tausin

Mittlerweile ist anerkannt, dass spirituelle Menschen allgemein mehr Lebensqualität genießen, gesünder und länger leben und weniger zu Depression und Selbstmord neigen – vorausgesetzt, dass es sich um eine Religion bzw. besser gesagt Spiritualität handelt, die positive menschliche Werte wie Liebe, Gerechtigkeit, Fürsorglichkeit, Freiheit etc. betont. Der Grund für die gesundheitliche Wirkung von Spiritualität ist noch nicht im Detail geklärt, da er in der schwierig zu erfassenden Beziehung von Körper und Geist zu suchen ist. Allgemein gilt, dass Spiritualität die Gefühle der Menschen regulieren und somit auch auf das Immunsystem und die Psyche wirken.

Dieser zweiteilige Artikel ist ein Beitrag zu dieser Entwicklung. Es geht darum, das Phänomen der Migräne-Aura aus spiritueller Sicht zu beleuchten und somit die Migräne als ein körperlicher und geistiger Zustand zu begreifen, der mit der gelebten Spiritualität korrespondiert und von dort her zugänglich und veränderbar ist.

Migräne-Kopfschmerz ist ein halbseitiger oft pulsierender Kopfschmerz, der häufig einhergeht mit einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber Licht und Lärm, mit Übelkeit und Schwindel, teils sogar mit Krämpfen, Taubheits- und Lähmungserscheinungen. Die Dauer dieses Zustandes kann von einigen Stunden bis zu einigen Tagen reichen. Die genaue Entstehung der Migräne ist noch unklar, es gibt verschiedene neurophysiologische Theorien, die den Schwerpunkt auf Veränderungen der Durchblutung des Gehirns sowie der neuronalen Erregung der Nervenzellen legen. Auch genetische Faktoren haben einen Einfluss. Bekannt ist, dass eine ganze Reihe von Faktoren Migräne auslösen können, von gewissen Genussmittel wie Schokolade, Kaffee, Rotwein und gepökelten Speisen, über hormonelle Veränderungen im Körper und psychischen Belastungen bis hin zu klimatischen Bedingungen. Dutzende Millionen Menschen sind in den Industriestaaten Westeuropas und der USA von Migräne betroffen (ca. 12-14% der Frauen und 8% der Männer), wo die Krankheit jedes Jahr mehrere Milliarden Euro wirtschaftliche Kosten verursacht. Diese Verbreitung hat Migräne längst zu einem Bestandteil unserer Kultur gemacht. Schriftsteller wie Stephen King und Steven Sills lassen ihre Protagonisten an Migräne leiden, um auf Bevorstehendes hinzuweisen oder um einen Reflexionsprozess in Gang zu setzen. Bildende Künstler wie Wassily Kandinsky, Yayoi Kusama, Lewis Carroll, Giogio de Chirico und Sarah Raphael haben sich von Migräneerlebnissen zu Kunstwerken inspirieren lassen. 

Alternative Behandlungen der Migräne

Die weite Verbreitung der Migräne schlägt sich auch in den Behandlungsmöglichkeiten nieder, die außerhalb der Schulmedizin entwickelt wurden. Manche dieser Ansätze wurzeln in  mittelalterlichen oder vorchristlichen europäischen Medizinsystemen, andere greifen auf die außereuropäische Heilkunde zurück. Als äußere Behandlung der Migräne lassen sich die teils sehr alten Praktiken und Rezepte der Magie und Alchemie nennen. Andere Therapien verstehen im Sinne von Dethlefsen/Dahlke die „Krankheit als Weg“ und versuchen die seelischen Ursachen der Migräne zu finden. In eine nochmals andere Richtung zielen Systeme, die primär auf die spirituelle Entwicklung des Menschen ausgerichtet sind. Die Heilung von Migräne ist in solchen häufig durch östliche Religionen inspirierten Ansätzen „nur“ ein willkommener Nebeneffekt.

Ansätze wie diese werden im Rahmen der westlichen Alternativmedizin von ihren kulturellen und religiösen Wurzeln weitgehend isoliert und gezielt gegen Migräne eingesetzt. Solche typischen Therapien, von denen Erfolgsberichte bei der Migräne-Behandlung vorliegen, sind zum Beispiel Akupunktur und Akupressur, Homöopathie, Meditation, Neurolinguistische Programmierung (NLP), allgemein Gebete und Spiritualität, Reizentzug, Shiatsu, Yoga, Autogenes Training u.a. Mittlerweile sind auch manche Schulmediziner dazu übergegangen, alternative spirituelle Methoden als flankierende Maßnahme gegen Migräne einzusetzen, etwa spirituelle Fragen bei der Behandlung von Patienten einzubeziehen, oder sogar spirituelle Aspekte der Migräne anzusprechen.

Die visuelle Migräne-Aura – ein entoptisches Phänomen

Meines Wissens liegt der Fokus bei diesen alternativen Zugängen praktisch nie auf der Migräne-Aura, die bei einer Minderheit von Betroffenen (10-20%) die Migräne ankündigen. Der griechische Begriff aúra bezeichnete in der antiken Medizin die Vorzeichen eines epileptischen Anfalls. Im Fall der Migräne werden damit subjektive „eingebildete“ sinnliche Wahrnehmungen bezeichnet, die dem Kopfschmerz maximal eine Stunde vorausgehen. Obwohl Auren alle Sinne betreffen können, beziehen sie sich meistens auf den Sehsinn. 

Eine visuelle Aura besteht aus mehreren unterschiedlichen Erscheinungen, typisch sind das Flimmern (sog. Szintillationen) und der Ausfall von Teilen des Gesichtsfeldes (Skotome). Beide können sich ausdehnen und über das Gesichtsfeld bewegen, vom Zentrum an den Rand des Sehfeldes wandern oder umgekehrt. Häufiger sind jedoch die atypischen visuellen Phänomene wie kleine leuchtende Punkte, weiße Punkte, dunkle Punkte, Zickzacklinien, Linien, Lichtflecke Lichtblitze, Nebelsicht. 

Alle diese Erscheinungen können als „Formkonstanten“ (form constants) verstanden werden. Dieser Begriff wurde in den 1920er Jahren von Heinrich Klüver geprägt, der Tests mit dem halluzinogenen Alkaloid Meskalin durchführte und in den Berichten der Testpersonen stets dieselben geometrischen Muster erkannte. Neben den Formkonstanten treten in Phasen der Migräne-Aura teilweise andere visuelle Phänomene in Erscheinung, die wir manchmal auch im Alltag sehen: Dazu gehören die Nachbilder, ein komplementärfarbenes Nachglühen des visuellen Reizes in der Form eines länger betrachteten Objektes; die „Sternchen“ (auch Korpuskel, luminous spots oder blue field entoptic phenomenon genannt), das sind hell leuchtende, sich in gewundenen Bahnen bewegende Kügelchen, die am besten beim freien Blick gegen den blauen Himmel zu sehen sind; und Mouches volantes (frz. für fliegende Mücken), kleine transparente Punkte und Fäden im Gesichtsfeld, die sich mit dem Blick mit bewegen und in der Augenheilkunde als Glaskörpertrübung gelten. Diese Formkonstanten, Nachbilder, Sternchen, Mouches volantes werden insgesamt als „entoptische Phänomene“ bezeichnet. Der aus dem Griechischen stammende Begriff „entoptisch“ wird in der Medizin für eine bestimmte Art von subjektiven visuellen Erscheinungen gebraucht (siehe Bild 2). 

Lesen Sie am Montag den zweiten Teil mit dem Titel "Entoptische Spiritualität gegen Migräne"

Quelle:

Floco Tausin  (Buchautor von "Mouches Volantes. Die Leuchtstruktur des Bewusstseins"

Anmerkung der Redaktion:

Wir empfehlen ihnen zur Thematik der Spiritualität und die Auswirkung des Betens auf das Wohlbefinden auch unser Interview mit dem Geistheiler Karma Singh

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