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Das Ende der solidarischen Impfung: Warum das Fremdschutz-Argument inzwischen versagt

Archivmeldung vom 19.01.2022

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.01.2022 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Solidarität (Symbolbild) Bild: IMAGO / Future Image /WB / Eigenes Werk
Solidarität (Symbolbild) Bild: IMAGO / Future Image /WB / Eigenes Werk

„Mit einer Impfung schützen Sie sich und andere“, verkündete beispielsweise der Ministerpräsident aus Baden-Württemberg noch im vergangenen September im Brustton der Überzeugung. Die Botschaft scheint klar: Wer sich impfen lässt, verhindert nicht nur eine Erkrankung der eigenen Person, sondern vermeidet auch die Ansteckung seines Umfelds. Dies berichtet der Youtuber "Subjektive Studenten" auf dem Portal "Reitschuster.de".

Weiter heißt es auf Reitschuster: "Und wer sich nicht impfen lässt, musste sich folgerichtig eben klarmachen, dass er durch sein Verhalten vermeidbares Leid über die Bevölkerung bringen würde. Wie mit der eigenen Gesundheit umgegangen wird, das sei natürlich reine Privatsache; in dem Moment jedoch, wo mit dem eigenen Verhalten andere potenziell in Gefahr gebracht werden, da höre dann eben auch die eigene Freiheit auf – so der Tenor der vergangenen Monate.

Eigenschutz und Fremdschutz

Es ist also das Argument des Fremdschutzes, welches an vorderster Front angeführt wird und wurde, um die immensen Eingriffe in unser aller Leben zu legitimieren. Und es ist auch das Argument des Fremdschutzes, welches angeführt wird und wurde, um Geimpfte moralisch auf- und Ungeimpfte moralisch abzuwerten, denn die Impfung – so das Narrativ – verhindere Infektionen.

Ob ich rauche, trinke, mir regelmäßig abends Pizzen bestelle oder seit Jahren meine Freizeit lieber auf der Couch als an der Hantel verbringe, das sei Eigenschutz und somit eine persönliche Entscheidung. Aber wenn mein Verhalten um ein paar Ecken jemandes Oma töten kann, dann sei die Sphäre der persönlichen Entscheidung eindeutig verlassen.

Somit dürfte es vor allem die moralische Debatte über die vermeintlich unsolidarischen Impfskeptiker gewesen sein, welche die Gesellschaft im Verlauf des letzten Jahres endgültig gespalten zu haben scheint. Die Impfung als Symbol der Menschlichkeit, der Solidarität und der Leistung für die anderen.

Ob dieses Argument überhaupt eine solide epidemiologische Grundlage hat, dürfte von der Belastbarkeit der bemühten Infektionsmodelle im Allgemeinen und von dem wahren Schrecken von COVID-19 im Speziellen abhängen. Weiterhin kann man sicherlich auch aus ethischer Sicht zu ganz anderen Schlüssen kommen. Dies soll aber nicht Gegenstand des vorliegenden Artikels sein. Hier soll es stattdessen um jüngere Entwicklungen in der Verbreitung von COVID-19 gehen.

Keine Daten, die Fremdschutz-Argument belegen

Tatsächlich zeigen die neueren Zahlen aus unterschiedlichsten Ländern, dass bei der neuen Variante Omikron das Argument des Fremdschutzes durch Impfung aus so gut wie gar keinem Blickwinkel mehr belastbar erscheint. Auch bei reitschuster.de wurde bereits auf die Überrepräsentation der zweifach Geimpften in Bezug zu den symptomatischen Omikron-Fällen in den Statistiken des RKI hingewiesen.

Auch andere Länder berichten über das Phänomen der Überrepräsentation bei Geimpften. In Schottland beispielsweise liegt gemäß Veröffentlichung vom 12. Januar 2022 bei „Public Health Scotland“ (Seite 30) für die erste Kalenderwoche die altersstandardisierte 7-Tagesinzidenz bei den Ungeimpften sogar am niedrigsten (1093), gefolgt von den Geboosterten (1.467) und den Einmal-Geimpften (1.528). Auch hier rekrutierten sich aus den zweifach Geimpften die meisten positiv Getesteten (2.500).

In England ein ähnliches Bild: Lediglich bei den unter 18-Jährigen lassen sich Infektionen häufiger bei den Ungeimpften feststellen als bei den Geimpften. Bei den Älteren wendet sich das Blatt und die Spalte der Geimpften weist durchgehend die höheren Werte für die reinen Infektionsraten auf, wie nachstehend unschwer zu erkennen ist:

Bild: Boris Reitschuster / Eigenes Werk

(Quelle: UK Health Security Agency – COVID-19 vaccine surveillance report v. 13.01.22)

Eine wichtige Anmerkung: Das gern bemühte Argument der großen Anzahl Geimpfter, die dann in absoluten Zahlen gesprochen logischerweise auch bei den Infektionszahlen die Ungeimpften übersteigen können, trotz guter Impfwirkung, greift hier nicht, da in den oben genannten Beispielen die Infektionsrate (also z.B. Infektionen pro 100.000 Einwohner je Impfstatus) verglichen wird.

Die Impfung verliert also, so scheint es, ihren zuvor als inhärent propagierten Wert der solidarischen Tat. Denn der Fremdschutz lässt sich (spätestens) in Zeiten von Omikron nun wirklich in keiner Weise mehr empirisch nachweisen.

'2G = null G'

Der Modellierer Dirk Brockmann fasste diese Dynamik kurz und knapp in einem auf Web.de veröffentlichten Artikel so zusammen:

„Charakteristisch für Omikron ist, dass es sich so verbreitet, als wäre die Bevölkerung nicht geimpft. 2G ist da wie null G.“

Jetzt könnte man mit dieser Datenlage in die Offensive gehen und die Impfung generell in Beschuss nehmen, beispielsweise versuchen, sie nun auch den Impfbefürwortern durch Aufzeigen der Datengrundlage madig zu machen.

Aktuell könnte man die Entwicklung der Faktenlage jedoch auch nutzen, um die Wogen erstmal zu glätten. Das könnte so aussehen:

Einerseits den Impfbefürwortern ihren Glauben an und ihre Möglichkeit zum Eigenschutz durch die Impfung zu gönnen und andererseits ein von vielen Menschen gefürchtetes Thema nun endgültig ad acta zu legen – die Impfpflicht. Denn diese ließe sich nach Meinung des Autors – wenn überhaupt – nur mit einem „erwiesenen“ Fremdschutz argumentieren.

Somit kann in dem fehlenden Fremdschutz eine Chance liegen, die Menschen wieder zusammenzuführen, denn es kann dann rein objektiv betrachtet nicht mehr moralisch geboten oder solidarisch sein, sich impfen zu lassen, sondern es ist jedes Menschen eigene ganz individuelle Entscheidung. Es wäre also ein Aspekt weniger, an dem sich die Gesellschaft entzweien kann – das wäre doch was."

Quelle: Reitschuster

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