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Evidenzbasiertes Anti-Aging: Lebensstilveränderungen verlängern Telomere

Archivmeldung vom 12.10.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 12.10.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Dr. Ludwig M. Jacob
Dr. Ludwig M. Jacob

Neue Lancet-Studie mit pflanzlicher Ernährung, Stressreduktion und Bewegung bei Prostatakrebs-PatientenDer Alterungsprozess steht in engem Zusammenhang mit der Teilungsfähigkeit der Körperzellen. Die Erbsubstanz DNA besitzt an ihren Enden Telomere, die als Schutzkappen dienen und die Stabilität der DNA gewährleisten. Die Telomere werden jedoch bei jeder Zellteilung verkürzt - wird eine kritische Länge unterschritten, so kann sich die Zelle nicht mehr teilen. Sie geht dann in eine Art Ruhezustand über und erfüllt ihre Funktion nur noch in vermindertem Maße, was mit Alterserscheinungen einhergeht. Die Telomerlänge nimmt mit fortschreitendem Alter ab und ist ein Marker für die Alterung sowie für das allgemeine Erkrankungsrisiko und eine frühzeitige Sterblichkeit. Je kürzer die Telomere, desto höher das Risiko.

Lebensstilveränderungen gegen den Alterungsprozess Eine umfassende Lebensstiländerung kann die Verkürzung der Telomere verhindern: In einer 2008 veröffentlichten Studie der Forschungsgruppe von Prof. Dean Ornish führten eine Ernährungsumstellung, mehr körperliche Aktivität, Stressmanagement und soziale Unterstützung innerhalb von 3 Monaten zu einer deutlich erhöhten Aktivität des Enzyms Telomerase, das einer Verkürzung der Telomere und somit auch der Alterung entgegenwirkt (Ornish et al., 2008a). Bei der nun vorgestellten Anschluss-Studie waren die Telomere in der Versuchsgruppe nach 5 Jahren sogar verlängert, in der Kontrollgruppe dagegen signifikant verkürzt. Je besser die Lebensstilveränderung eingehalten wurde, desto stärker war der positive Effekt (Ornish et al., 2013). Studienergebnisse von Dean Ornish weisen darauf hin, dass eine gesunde Lebensweise einen wesentlichen Beitrag dazu leisten kann, nicht nur Prostatakrebs aufzuhalten, sondern sogar den Alterungsprozess von Zellen aufzuhalten.

Die Lebensstiländerungen umfassten eine fettarme, pflanzliche, vollwertige Ernährung, moderate Bewegung (sechsmal pro Woche mindestens 30 Minuten), täglich 30 Minuten Stressausgleich (z. B. Yoga, Meditation) und einmal wöchentlich die Teilnahme an einer psychologischen Gruppensitzung. Diese Lebensstiländerungen haben sich bereits in vielen Fällen als präventiv und auch als kurativ erwiesen. Bei Patienten mit fortgeschrittener koronarer Herzerkrankung konnten sich auf diese Weise innerhalb von einem Jahr verengte Koronararterien nachweislich wieder weiten. Zudem wurden deutlich die Gesamt- und LDL-Cholesterinspiegel sowie um 91 % die Häufigkeit von akuten Herzschmerzen (Angina Pectoris) gesenkt. 71 % der Studienteilnehmer hielten sich übrigens auch nach fünf Jahren noch an das Ornish-Programm - mit spektakulären Langzeitergebnissen ohne Einsatz von Cholesterinsenkern (Ornish et al., 1990). Inspiriert von diesen Ergebnissen folgt auch Bill Clinton nach einem Herzinfarkt, vier Beipässen und zwei Stents seit einigen Jahren begeistert diesem Ernährungsstil.

Pflanzenpower gegen Prostata-Krebs Diese Ernährungs- und Lebensstilveränderung konnte auch in einer zweijährigen klinischen Studie bei Patienten mit dem häufigen Niedrigrisiko-Prostatakrebs das Fortschreiten der Erkrankung um mindestens 2 Jahre verzögern (Frattaroli et al., 2008) und führte in einer anderen Studie bei Prostatakrebs-Patienten innerhalb von drei Monaten zu Veränderungen bei mehreren hundert Genen: tumorfördernde Gene wurden herunterreguliert, krebshemmende Gene aktiviert (Ornish et al., 2008b). Insbesondere die Ernährung ist ein wichtiger Faktor, der die Genaktivität beeinflusst, und hat nachgewiesenermaßen einen deutlichen Einfluss auf Gesundheit und Krankheit: Männer in westlichen Ländern mit einem hohen Konsum an Fleisch, Milchprodukten und Zucker sterben bis zu 27 Mal häufiger an Prostatakrebs als Asiaten, wobei die lebenslang praktizierte Ernährungs- und Lebensweise eine wichtige Rolle spielt. Asiaten trinken viel Grüntee und verzehren traditionell sehr viel Gemüse und Hülsenfrüchte wie Soja, aber sehr wenig Milchprodukte und Fleisch. Die westliche Ernährung enthält dagegen große Mengen an tierischen und verarbeiteten Lebensmitteln. Hierbei ist nicht nur Fleisch von Bedeutung, auch Milch und Milchprodukte tragen in hohem Maße zum übermäßigen Verzehr von tierischem Protein und Fett bei. Insbesondere die Kombination mit Zucker und Weißmehl führt zu einer hohen Ausschüttung von Insulin und dem insulinähnlichen Wachtstumsfaktor 1. Wie zahlreiche Studien zeigen, erhöhen Milchprodukte und IGF-1 das Prostatakrebsrisiko deutlich. Milchprodukte enthalten auch Östrogene und Progesteron, die die Entwicklung der hormonabhängigen Krebsarten Brust- und Prostatakrebs fördern können. Die Prostatakrebshäufigkeit bei in den Westen ausgewanderten Asiaten gleicht sich übrigens an westliche Verhältnisse an und steigt auch in allen asiatischen Ländern in direkter Relation zu deren Verwestlichung. Dies zeigt, dass die genetische Veranlagung für die Erkrankungsrate nicht hauptentscheidend ist. Das reduzierte Auftreten von Krebs- und Herzerkrankungen sind nur zwei Beispiele für die positiven Wirkungen einer fettarmen, pflanzenbasierten Ernährungsweise.

Die Möglichkeiten einer gesunden Ernährung zur Prävention von Krankheiten und zur Verzögerung des Alterungsprozesses gewinnen angesichts des demographischen Wandels immer mehr an Bedeutung.

Quelle: www.drjacobsinstitut.de/Dr. rer. nat. Susanne Cichon

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