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2.707 Menschen nach Impfung an Covid-19 gestorben: 6.221 Geimpfte mussten wegen Covid-19 ins Krankenhaus

Archivmeldung vom 14.05.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 14.05.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Coronavirus (Symbolbild)
Coronavirus (Symbolbild)

Bild von Annalise Batista auf Pixabay

"2.707 Menschen sind in Deutschland nach einer Corona-Impfung an oder mit Covid-19 gestorben. 6.221 Geimpfte mussten wegen Covid-19 in ein Krankenhaus eingewiesen werden. Insgesamt wurden 57.146 nach einer Impfung positiv auf SARS-CoV-2 getestet, 33.269 von diesen erkrankten an Covid-19. Das geht aus einer Antwort hervor, die das Bundesgesundheitsministerium nach mehrfacher Anfrage meinerseits auf der Bundespressekonferenz heute an mich geschickt hat." Dies berichtet der Investigative Journalist Boris Reitschuster auf "Reitschuster.de".

Reitschuster weiter: "Mehr als fünf Prozent der in diesem Jahr an Covid-19 Verstorbenen waren demnach mindestens einmal geimpft.

In seinem neuesten „Sicherheitsbericht“ hatte das staatliche Paul-Ehrlich-Institut (PEI) Anfang Mai über 49.961 gemeldete Verdachtsfälle von Nebenwirkungen oder Impfkomplikationen im zeitlichen Zusammenhang mit der Corona-Impfung in Deutschland berichtet. Insgesamt wurden demnach 524 Todesfälle in zeitlichem Zusammenhang mit der Impfung gemeldet. Als „zeitlichen Zusammenhang“ erfasst das PEI laut den Anmerkungen in seinem Impfbericht einen 30-Tages-Zeitraum.

Von mir befragte Ärzte reagierten sehr unterschiedlich auf die Zahlen. Kritiker der Impfkampagne setzten den Akzent darauf, dass damit mehr als jeder Zwanzigste der mit oder an Corona Verstorbenen seit Jahresbeginn bereits geimpft worden sei. Zudem sei es äußerst merkwürdig, dass mehr als fünfmal so viele Menschen nach einer Impfung an Covid-19 verstorben sein, als das PEI offiziell als Todesfälle nach einer Impfung angebe.

Unterstützer der Impfkampagne verwiesen dagegen darauf, dass ein Großteil der 2.707 nach einer Impfung an oder mit Covid-19 Verstorbenen, nämlich 2.045, erst eine Impfdosis erhalten hätten, und es ja bekannt sei, dass diese nicht ausreichend schützt. Zudem sei auch bei den 662 nach der Zweitimpfung Verstorbenen unklar, wie viel Zeit seit der Verabreichung der zweiten Dosis vergangen sei. Denn nach dieser sei ein Zeitraum von zwei bis vier Wochen (offiziell zwei, bei Labormessungen bis zu vier) erforderlich, „um eine ausreichend starke Immunität im Sinne eines hohen Titers an neutralisierenden Antikörpern zu erreichen“. Die Kommunikationspolitik hinsichtlich dieses Umstandes halten diese Mediziner aber für “katastrophal verwirrend”.

Vergangene Woche und gestern hatte ich auf der Bundespressekonferenz die Sprecher des Gesundheitsministeriums gefragt, ob es Daten darüber gibt, wie hoch der Anteil der Geimpften an den positiv auf Corona Getesteten, an den Covid-19-Patienten und an den Covid-19-Toten ist. Das Ministerium arbeitet offenbar auch an Feiertagen, denn heute kam die Antwort.

Nach über 36 Millionen verabreichten Impfdosen wurden laut Robert-Koch-Institut demnach insgesamt 57.146 Covid-19 Fälle bei Geimpften gemeldet – das entspricht 0,016 Prozent bezogen auf die Impfdosen (nicht auf die Geimpften, denn viele bekamen ja bereits zwei Impfdosen). Als „Covid-19 Fälle“ wertet das Ministerium hier offenbar alle positiv Getesteten. 44.059, also 77 Prozent davon, waren einmal geimpft, 13.087, also 23 Prozent, zweimal geimpft. Zu letzteren heißt es in der Antwort des Ministeriums: „Zu den 2x Geimpften kann aufgrund der Kürze der Beantwortungszeit nicht angegeben werden, ob die Erkrankung 15 Tage nach 2. Impfung (Beginn Zeitpunkt des anzunehmenden vollständigen Immunschutzes durch die Impfung) auftrat und damit als Impfdurchbruch zu werten ist.“

Von den 44.059 positiv Getesteten, die einmal geimpft wurden, erkrankten 28.270, also 64 Prozent. 4.562, also 10 Prozent, mussten in ein Krankenhaus eingewiesen werden und 2.045, also 4,6 Prozent, sind verstorben.

Von den 13.087 zweimal Geimpften mit positivem Testergebnis erkrankten 4.999, also 38 Prozent. 1.659, also 13 Prozent, mussten ins Krankenhaus, 662, also 5,1 Prozent sind verstorben.

Hier die Antwort des Ministeriums im Original:

Guten Tag Herr Reitschuster,

Zu Ihrer gestrigen Frage, ob es Erhebungen darüber gibt, wie viele Prozent der positiv Getesteten, der in Krankenhäuser Eingelieferten und der an COVID-19 Verstorbenen geimpft sind, folgende Nachreichung:

Nach über 36 Mio. verabreichten Impfdosen wurden laut RKI insgesamt 57.146 (0,016 %) geimpfte COVID-19 Fälle gemeldet, davon waren 44.059 (77 %) 1x geimpft und 13.087 (23 %) 2x geimpft. Zu den 2x Geimpften kann aufgrund der Kürze der Beantwortungszeit nicht angegeben werden, ob die Erkrankung 15 Tage nach 2. Impfung (Beginn Zeitpunkt des anzunehmenden vollständigen Immunschutzes durch die Impfung) auftrat und damit als Impfdurchbruch zu werten ist.

Von den 1x Geimpften (n=44.059) wurde bei 28.270 (64 %) Personen ein Erkrankungsbeginn übermittelt für 4.562 (10 %) wurde eine Hospitalisierung angegeben und bei 2.045 (4,6 %) Personen angegeben, dass diese verstorben seien. Von den 2x Geimpften (n=13.087) wurde bei 4.999 (38 %) Personen ein Erkrankungsbeginn übermittelt,  für 1.659 (13 %) wurde eine Hospitalisierung angegeben und bei 662 (5,1 %) Personen angegeben, dass diese verstorben seien. Angaben zum Anteil mit intensivmedizinischer Behandlung liegen bei beiden Gruppen nicht vor.

Mit freundlichen Grüßen, XXXX XXXX, Referat Presse, Bundesministerium für Gesundheit.

Quelle: Reitschuster

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