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EU-Kommission: Jährlich über 400.000 Tote durch Luftverschmutzung

Archivmeldung vom 16.12.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 16.12.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Doris Oppertshäuser
Persistente Kondensstreifen, sogenannte Chemtrails über Gedern in Hessen am 16.12.2013
Persistente Kondensstreifen, sogenannte Chemtrails über Gedern in Hessen am 16.12.2013

Die EU-Kommission sieht nach Informationen der "Welt" Gesundheit und Leben der Europäer durch Luftverschmutzung in ernster Gefahr und wird deswegen eine Verschärfung geltender Grenzwerte vorschlagen: In einem Entwurf für ein Gesetzesvorhaben, der der Zeitung vorab vorliegt, beklagt die EU-Behörde den Tod von 406.000 Menschen pro Jahr aufgrund von Schadstoffbelastung in der Luft. Dazu kämen "erhebliche Krankheiten und Beschwerden, von Asthma bis zu schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen"

Persistente Kondensstreifen, sogenannte Chemtrails über Darmstadt in Hessen am 16.12.2013
Persistente Kondensstreifen, sogenannte Chemtrails über Darmstadt in Hessen am 16.12.2013
Persistente Kondensstreifen, sogenannte Chemtrails über Darmstadt in Hessen am 16.12.2013 etwa 30 Minuten nach dem obigen Foto
Persistente Kondensstreifen, sogenannte Chemtrails über Darmstadt in Hessen am 16.12.2013 etwa 30 Minuten nach dem obigen Foto

Zum Vergleich: Verkehrsunfälle verursachten im Jahr 2010, auf das sich das Papier bezieht, in der EU den Tod von 35.000 Menschen. Die EU-Kommission schlägt deswegen eine erhebliche Senkung der Grenzwerte für Schadstoffe in der Luft bis zum Jahr 2030 vor. "Um das Langfristziel zu erreichen, wird eine weitere Herabsetzung nötig sein", heißt es in dem Entwurf zu einem "Luftqualitätspaket", das die Kommission in dieser Woche verabschieden will. Erreicht werden soll die Reduktion demnach zum einen über schärfere Grenzwerte für jedes Mitgliedsland, deren Luftverschmutzungswerte "erheblich reduziert werden müssen".

Zum anderen will die EU-Behörde ihre eigene Gesetzgebungskompetenz nutzen, um den Schadstoffausstoß an der Quellen direkt zu reduzieren. Erreicht werden soll dies über EU-Regeln wie die Ökodesign-Richtlinie, die energieverbrauchende Produkte reguliert. Durch die Regulierungsvorschläge vermieden oder verringert werden sollen Schadstoffe wie Stickstoffoxide, Ammoniak, Methangas und Feinstaub. Konkret nimmt die EU-Kommission laut dem Entwurf für das "Luftqualitätspaket" landwirtschaftliche Düngepraxis ebenso ins Visier wie kleine und mittelgroße Heizkraftwerke, Schiffe und Diesel-Autos. Für Letztere soll ein neuer Testzyklus bereits ab 2014 den wirklichen Schadstoffausstoß messen, "aufzeichnen und melden", wie der Vorschlag vorsieht – der beklagt, Dieselfahrzeuge der heute geltenden Euro-Fünf-Norm würden zwar bei der Zulassung die Abgasnormen erfüllen, sie im tatsächlichen Betrieb aber " bis um das Fünffache überschreiten".

"Eine Reduktion von Luftschadstoffen bleibt wichtig", sagte Holger Krahmer, umweltpolitischer Sprecher der FDP im Europaparlament, der "Welt" zu den Plänen der Kommission. "Jedoch sollten wir vor der Festsetzung von neuen Grenzwerten berücksichtigen, dass die bisher geltenden Regeln in allen EU-Ländern möglichst einheitlich umgesetzt werden. Davon kann bisher keine Rede sein", sagte er weiter. Die Kommission gibt "eine fortwährende Nicht-Beachtung geltender Gesetzgebung" in den EU-Mitgliedsstaaten zu und klagt über die "dauernde erhebliche Verletzung von Standards zu Luftqualität".

Quelle: dts Nachrichtenagentur

Erhöhtes Sterberisiko durch Luftverunreinigung

Menschen, die über einen längeren Zeitraum gegenüber Feinstaub aus Verkehrsabgasen und industriellen Emissionen ausgesetzt sind, haben,  selbst wenn die Konzentrationen deutlich unter den geltenden EU-Grenzwerten liegen, ein erhöhtes Streberisiko. Das ist das Ergebnis einer jetzt in der Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlichten europaweiten Studie, bei der über 360.000 Einwohnerinnen und Einwohner von Großstädten in 13 europäischen Ländern über zwei Jahrzehnte untersucht wurden.

Menschen, die über einen längeren Zeitraum gegenüber Feinstaub aus Verkehrsabgasen und industriellen Emissionen ausgesetzt sind, haben - selbst wenn die Konzentrationen deutlich unter den geltenden EU-Grenzwerten liegen - ein erhöhtes Streberisiko. Das ist das Ergebnis einer europaweiten Studie, bei der über 360.000 Einwohnerinnen und Einwohner von Großstädten in 13 europäischen Ländern über zwei Jahrzehnte untersucht wurden.

Die jetzt in der Fachzeitschrift "The Lancet" veröffentlichte Studie kommt zu der Schätzung, dass bereits eine Erhöhung der jährlichen Langzeitbelastung um 5 Mikrogramm Feinstaub (PM2.5) das Sterberisiko um 7% steigert. Ein solcher Unterschied von 5 μg/m3 Feinstaub im Jahresmittel besteht zum Beispiel zwischen einer Straße mit starkem und geringem Verkehrsaufkommen. Die Studie zeigt, dass das Sterberisiko von Menschen mit einer mittleren jährlichen Feinstaubbelastung von maximal 20 μg/m3 bereits deutlich erhöht ist. Der in Europa gültige Grenzwert von 25 μg/m3 ist also deutlich zu hoch.

In der European Study of Cohorts for Air Pollution Effects (ESCAP E) wurden die Daten aus 22 Kohortenstudien aus 13 europäischen Ländern mit insgesamt 367.251 Menschen zusammengefasst. Das IUF - Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung in Düsseldorf war mit der SALIA-Kohorte, einer Gesundheitsstudie an fast 5000 älteren Frauen aus dem Ruhrgebiet und dem Landkreis Borken, die bereits seit 1985 regelmäßig untersucht werden, an dieser Analyse beteiligt.

„Auch unterhalb der heutigen EU-Grenzwerte für Feinstaub können wir Auswirkungen auf die Gesundheit sehen“, erklärt Prof. Ursula Krämer vom IUF. Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt derzeit einen Jahresmittelwert von 10 µg/m3 PM2.5. „Die Studie bekräftigt die Empfehlungen der WHO, dass wir niedrigere Grenzwerte benötigen“, sagt Professor Barbara Hoffmann, ebenfalls vom IUF. „Ein Grenzwert ist immer nur ein Kompromiss. Egal auf welchem Niveau sich die Feinstaubkonzentration befindet – eine Absenkung lohnt sich aus gesundheitlicher Sicht immer.“

Quelle: Leibniz-Institut für umweltmedizinische Forschung - IUF (idw)

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