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„Achtung Hochwasser!“ – Checkliste fürs Überleben - So schützen Sie sich im Ernstfall!

Archivmeldung vom 18.09.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.09.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Symbolbild
Symbolbild

Bild: kladu / pixelio.de

Das „Jahrhunderthochwasser“ im Juli 2021 forderte alleine in Deutschland über 180 Todesopfer und verursachte Sachschäden in Milliardenhöhe. Experten rechnen damit, dass es zukünftig zu einer Häufung extremer Wetterereignisse kommt. Deshalb sollten Sie darauf vorbereitet sein und wissen, wie Sie im Notfall richtig reagieren sollten. Dies berichtet Guido Grandt im Magazin "Wochenblick.at".

Weiter berichtet Grandt: "Gefahren durch Hochwasser

Hochwasser und Überschwemmungen bergen eine Reihe von Gefahren:

  • Je schneller das Wasser kommt, desto weniger Reaktionszeit bleibt.
  • Überspülte Gefahrenstellen wie Zäune oder Gräben sind nicht sofort erkennbar.
  • An überfluteten elektrischen Einrichtungen besteht die Gefahr durch Stromschläge.
  • Gullydeckel besitzen eine starke Sogwirkung!
  • Hochwasser kann nicht nur Gegenstände wie Baumstämme, Äste oder sogar Autos mit sich reißen, sondern auch Öl oder giftige Substanzen, etwa Schwermetalle, mitführen. Durch dermaßen bakteriell- und chemisch verunreinigtes Wasser besteht Infektions- und Vergiftungsgefahr.
  • In Bergregionen können so genannte „Muren“, also Schlammlawinen (eine Mischung aus Hochwasser und Bergrutschen), ausgelöst werden. Durch starken Regen und mangelndem Bewuchs rutschen die Schlammlawinen nahezu ungehindert in die Täler. Dabei führen sie zumeist Holz und Steine mit, können Gebäude und Brücken beschädigen, verstopfen und begraben. Nach Ablauf des Wassers wird der Schlamm oft betonhart.
  • In Küstenregionen können durch auf- oder ablandige Winde, also durch starke Stürme, „Springfluten“ entstehen. Durch Erdbeben gewaltige Wellen „Tsunamis“ ausgelöst werden, die sehr hoch aufsteigen und mit unbändiger Kraft auf Küstengebiete schlagen.

Checkliste Hochwasser-Vorsorge

  • Legen Sie Verhaltensregeln und Aufgaben innerhalb der Familie fest, noch bevor Gefahr in Verzug ist. Klären Sie, wer ist wo, zu welchem Zeitpunkt? Wer macht was?
  • Prüfen Sie, ob eventuell eigene bauliche Maßnahmen für Nachbarn eine Gefahrenerhöhung bedeuten. Beispielsweise wenn Sie Stützmauern verwenden, ein Biotop besitzen etc.
  • Besitzen Sie Haustiere oder Nutzvieh (im landwirtschaftlichen Anwesen) sollten Sie vorher abklären, wo diese im Notfall untergebracht werden und die Futtervorräte gesichert werden könnten.
  • Gibt es auf Ihrem Grundstück gefährliche Stoffe, Chemikalien usw.? Dann sollten Sie diese rechtzeitig entsorgen, um eine Umweltgefährdung auszuschließen!
  • Organisieren Sie Nachbarschaftshilfe, um den Informationsaustausch zu erleichtern. Im Notfall könnten Telefonleitungen unterbrochen und Mobilfunknetze überlastet werden oder ausfallen.
  • Informieren Sie die alle Familienangehörigen über die Hauptschalter für Wasser, Strom, Heizung, Gas, Öl. Denn diese müssen im Katastrophenfall ausgeschaltet werden.
  • Bereiten Sie ein Notgepäck samt wichtiger Dokumente vor. Eventuell werden Sie evakuiert, dann ist keine Zeit mehr dafür, alles zusammenzusuchen.#
  • Prüfen Sie die Möglichkeit, ein Notquartier bei Verwandten oder Freunden beziehen zu können.

„Rammbock“ gegen die Flut

 Zur Hochwasservorsorge gehört es ebenso, rechtzeitig einen Damm zu bauen, wenn die Wassermassen drohen ihr Heim zu überfluten.

Dafür sollten Sie am besten Sandsäcke verwenden. Nehmen Sie zum Befüllen eine Schaufel. Achten Sie darauf, diese nur halbvoll zu machen, bevor Sie oben zusammengebunden werden. Danach stapeln Sie die Säcke übereinander. Die Reibung zwischen den Beuteln und dem Boden halten sie an Ort und Stelle, weshalb auch glitschige Blätter daran beseitigt werden sollten.

Errichten Sie den Damm niemals gegen eine Gebäudewand! Denn das Gewicht der Sandsäcke kann die Gebäudestruktur nicht nur beeinträchtigen, sondern schlimmstenfalls beschädigen.

So stabilisieren Sie einen Damm

Wenn ein Damm höher als ein Meter sein soll, dann müssen Sie dessen Stabilität erhöhen: Heben Sie dazu einen etwa 15 Zentimeter tiefen und 60 Zentimeter breiten Graben aus.

Legen Sie die untere Sackreihe hinein. Nun stapeln Sie die übrigen Säcke übereinander. An der Unterseite sollte der Damm zwei- bis dreimal breiter sein, als er insgesamt hoch ist.

Beachten Sie: Wenn mit reißenden Fluten, Bergrutschen, Springfluten oder Tsunamis zu rechnen ist, sollten Sie allerdings Ihr Haus verlassen und auf einer Anhöhe Schutz suchen. Folgen Sie den Anweisungen der Katastrophenhilfe und der Sicherheitskräfte.

Flucht mit einem Auto

Viele Menschen sterben, weil Sie den Hochwasserfluten – im wahrsten Sinne des Wortes – davon fahren wollten. Doch leider ist dies ein verhängnisvoller Trugschluss!

  • Schon bei 15 Zentimetern Wasserhöhe werden die meisten Fahrzeuge unkontrollierbar oder der Motor säuft ab.
  • Bei 30 Zentimetern gehen Autos aus und schwimmen weg.
  • Bei 60 Zentimetern werden Fahrzeuge von der Flut einfach weggeschwemmt.
  • Unter dem Wasser könnte der Asphalt schon längst weggespült worden sein. Ihr Wagen könnte in einem Loch stecken bleiben und damit zur tödlichen Falle werden. Deshalb müssen Sie bei Hochwasser Ihr Auto verlassen!

Wenn Sie unvermeidlich in den Fluten landen, sollten Sie folgendermaßen reagieren:

  • Versuchen Sie an der Wasseroberfläche zu bleiben.
  • Schützen Sie Ihren Kopf und Oberkörper vor Gegenständen, die sich im Wasser befinden.
  • Strecken Sie Ihre Beine flutabwärts.
  • Wehren Sie Hindernisse wie Bäume oder Felsen ab.
  • Besser noch: Halten Sie sich daran fest. Vielleicht können Sie sich so aus dem Wasser ziehen.

Nach der Flut

Nachdem sich das Hochwasser zurückgezogen hat und Entwarnung gegeben wurde, können Sie wieder nach Hause zurückkehren. Doch Vorsicht: Hier können immer noch vielen Gefahren lauern.

  • Wenn Sie sehen, dass das Fundament oder das Dach Ihres Heims beschädigt ist, sollten Sie vermeiden, in das Gebäude hineinzugehen. Denn zunächst muss ein Bausachverständiger die Stabilität prüfen.
  • Sollte kein Strom mehr da sein, verzichten Sie auf offenes Feuer. Gas könnte ausgetreten sein und es so zu einer Explosion kommen!
  • Apropos Strom: Schalten Sie den Hauptschalter des Sicherungskastens nicht mit den Händen oder mit etwas „Stromleitenden“ an: Benutzen Sie dafür beispielsweise einen Besenstil und ziehen Sie vorher Gummihandschuhe an.
  • Lassen Sie nassgewordene elektrische Geräte ausgeschaltet. Vor Inbetriebnahme sollten diese besser von einem Elektriker überprüft werden.
  • Entwässern Sie den Keller keinesfalls „schnell“, kann dies doch der Stabilität des ganzen Hauses schaden! Faustregel: Entfernen Sie täglich maximal ein Drittel der Wassermenge.

Übrigens: Über die tägliche Hochwasserlage in Deutschland können Sie sich hier informieren: http://www.hochwasserzentralen.de/

Quelle: Wochenblick

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