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Pandemie könnte zu neuer Bescheidenheit im Konsumverhalten führen

Archivmeldung vom 07.05.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 07.05.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Armut breitet sich in Deutschland expotentiell schnell aus (Symbolbild)
Armut breitet sich in Deutschland expotentiell schnell aus (Symbolbild)

Bild: Eigenes Werk /OTT

Immer mehr Deutsche haben nach über einem Jahr Pandemie, Lockdowns und weitgehenden Beschränkungen das Gefühl, "die fetten Jahre sind vorbei". Das geht aus Umfragen des Opaschowski Instituts für Zukunftsforschung (OIZ) hervor, über die das "Redaktionsnetzwerk Deutschland" berichtet.

Dafür waren Ende Februar 2021 insgesamt 1.000 Personen ab 14 Jahren in Deutschland nach ihren Konsumgewohnheiten befragt worden. Zwei Drittel der Befragten (64 Prozent) glauben: "Das Schlaraffenland ist abgebrannt." Zu dieser pessimistischen Einschätzung gelangen vor allem die Frauen (68), die Ostdeutschen (69) und die 50plus-Generation (69). Die meisten Befragten nennen dafür ganz persönliche Gründe. 61 Prozent sagen: "Die Coronakrise hat meine Lebenseinstellung nachhaltig verändert".

Insbesondere die Frauen (64) und die Ostdeutschen (72) bescheinigen sich selbst beim Konsumieren maßvoller geworden zu sein. OIZ-Chef Horst Opaschowski erklärt die Ergebnisse damit, dass sich die Deutschen ihre Konsumwünsche immer weniger erfüllen könnten. "Der gewohnte Konsumdreiklang Shopping/Kino/Essengehen ist auf der Strecke geblieben", sagt der Zukunftsforscher. "Die Pandemie löst eine im Konsumverhalten neue Bescheidenheit im Konsumverhalten aus. Konsum nach Maß bedeutet aber nicht nur Verzicht. Denn 61 Prozent der Bevölkerung stellen am Ende fest: `Ich vermisse nichts`." Opaschowski meint, an die Stelle des Shopping-Spaßes als Glücksgefühl trete nun zunehmend die bewusste Wahrnehmung von Werten. "Materielles tritt hinter Immaterielles wie Gesundheit, Sicherheit und soziale Geborgenheit zurück. Familie, Freunde und Nachbarn rücken in den Vordergrund. Und auch Zeit wird fast so wertvoll wie Geld."

Dies, prognostiziert der Forscher, werde folgenreiche Spuren bei Menschen und in Märkten hinterlassen. "Konsumkultur und Sinnkultur nähern sich an. Aus Werbebotschaften werden auch Wertebotschaften, wonach nicht immer alles käuflich erworben werden muss. Mehr mieten als kaufen und mehr teilen als besitzen können der Anfang einer neuen Sharing-Ökonomie der Zukunft werden." Viele Menschen würden die Zukunft durch die Auswirkungen der Pandemie auf die Gesellschaft und den Einzelnen mit anderen Augen als noch vor wenigen Monaten sehen, so Opaschowski. Er glaubt: "Die veränderte Konsumhaltung Weniger ist mehr kann zum Zukunftscredo im Leben nach der Pandemie werden."

Datenbasis: Die Umfragen waren in der Zeit vom 22. Februar bis 1. März 2021 unter zweimal jeweils 1.000 Personen ab 14 Jahren in Deutschland durchgeführt worden.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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