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Gemüseernte 2023 um 4 % gegenüber 2022 gestiegen: Erntemenge auf ökologisch bewirtschafteten Flächen 11 % höher als im Vorjahr

Archivmeldung vom 27.02.2024

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 27.02.2024 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Mary Smith
Statistisches Bundesamt
Statistisches Bundesamt

Bild: Eigenes Werk /OTT

Im Jahr 2023 haben rund 5 970 landwirtschaftliche Betriebe in Deutschland insgesamt 3,9 Millionen Tonnen Gemüse geerntet. Das waren gut 4 % mehr als im Jahr 2022 und 2 % mehr als im Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2022. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) weiter mitteilt, wurden die Anbauflächen für Gemüse gegenüber 2022 um 3 % auf 122 800 Hektar reduziert. Das waren 4 % weniger als im Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2022.

15 % der gesamten Gemüseanbaufläche wurden ökologisch bewirtschaftet

Ökologisch wirtschaftende Betriebe erzeugten auf gut 18 400 Hektar insgesamt 480 000 Tonnen Gemüse. Das entspricht 15 % der gesamten Gemüseanbaufläche und 12 % der gesamten Ernte. Gegenüber 2022 stieg die ökologisch bewirtschaftete Anbaufläche um 3 % und die zugehörige Erntemenge um 11 %. Im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2017 bis 2022 zeigte sich eine Steigerung bei der ökologischen Anbaufläche für Gemüse um 15 % und bei der Erntemenge um 25 %. Die deutlichere Steigerung der Erntemenge ist auch darauf zurückzuführen, dass vorwiegend der Anbau von Gemüsearten mit einem hohen Gewicht pro Flächeneinheit wie Rote Rüben, Zwiebeln, Zucchini und Möhren beziehungsweise Karotten ausgeweitet wurde.

Erntemenge von Karotten um 2 % gestiegen, Speisezwiebeln mit größter Erntemenge seit 2012

Die größte Erntemenge in Deutschland erzielten die Gemüseanbaubetriebe im Jahr 2023 wie in den Vorjahren mit dem Anbau von Möhren beziehungsweise Karotten mit gut 796 700 Tonnen (+ 2 % gegenüber dem Vorjahr). Die Gemüseart mit der zweitgrößten Erntemenge war wieder die Speisezwiebel. Mit 666 300 Tonnen (+15 % gegenüber 2022) wurde die größte Erntemenge seit dem Jahr 2012 eingefahren. An dritter Stelle stand trotz weiter sinkender Anbaufläche der Weißkohl mit 398 500 Tonnen (+4 %), gefolgt von Einlegegurken mit 193 700 Tonnen (+15 %) und Eissalat mit 121 200 Tonnen (-13 %).

Im Hinblick auf die gesamte Gemüseanbaufläche im Freiland (121 500 Hektar) war der in Deutschland sehr beliebte Spargel mit knapp 23 900 Hektar (-5 % gegenüber 2022), davon 20 400 Hektar ertragsfähige Fläche (-4 %) wieder die beliebteste Gemüsekultur. An zweiter Stelle lagen wie 2022 Speisezwiebeln mit 15 100 Hektar (+0,1 %) und an dritter Stelle Karotten auf einer Fläche von 13 500 Hektar. Danach folgten Weißkohl und Speisekürbisse mit jeweils 5 300 Hektar (-2 % bzw. +10 %) und Buschbohnen mit 4 400 Hektar (-1 %).

Salatanbau auf dem niedrigsten Niveau seit 2012, Speisekürbisse 2023 mit Spitzenwerten

Der Anbau nahezu aller Salatarten wurde in den letzten Jahren in Deutschland immer weiter reduziert und hat inzwischen mit einer Anbaufläche von 12 600 Hektar (-14 % gegenüber 2012) und einer Erntemenge von 297 400 Tonnen (-29 %) den niedrigsten Stand seit 2012 erreicht. Lediglich der Römische Salat (Romanasalat) hat an Beliebtheit gewonnen: Seine Erntemenge wurde von 22 300 Tonnen im Jahr 2012 auf 46 800 Tonnen im Jahr 2023 mehr als verdoppelt.

Während Speisekürbisse 2012 auf einer Fläche von 2 600 Hektar eine Erntemenge von 70 000 Tonnen einbrachten, ist ihre Bedeutung für den deutschen Gemüseanbau inzwischen deutlich gestiegen. Im Jahr 2023 wurden auf einer Fläche von 5 300 Hektar etwa 101 700 Tonnen Speisekürbisse (+47 % gegenüber 2012) geerntet. Das entspricht 4 % (2012: 2 %) der gesamten Gemüseanbaufläche und 3 % (2012: 2 %) der gesamten Ernte.

Zwei Drittel der Gemüseanbauflächen im Freiland befanden sich in vier Bundesländern

Insgesamt wurde im Jahr 2023 Gemüse auf gut 121 500 Hektar im Freiland angebaut. Damit sank die Freilandanbaufläche gegenüber 2022 um 3 %. Die größten Gemüseanbauflächen im Freiland befanden sich 2023 in Nordrhein-Westfalen mit gut 26 200 Hektar, in Niedersachsen mit 22 000 Hektar, in Rheinland-Pfalz mit 16 900 Hektar und in Bayern mit knapp 16 400 Hektar. Gemessen an der Gemüseanbaufläche war in den Bundesländern Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Bayern Spargel die bedeutendste Gemüseart, in Rheinland-Pfalz waren es die Radieschen.

In Gewächshäusern machten Tomaten und Salatgurken 83 % der Erntemenge aus

Der Anbau von Gemüse unter hohen begehbaren Schutzabdeckungen, zum Beispiel in Gewächshäusern oder hohen Folienabdeckungen, ist 2023 gegenüber dem Vorjahr mit knapp 1 300 Hektar (+0,3 %) fast konstant geblieben. Die Erntemenge hingegen nahm um 5 % auf 203 700 Tonnen zu. Die größte Erntemenge im geschützten Anbau entfiel mit 101 100 Tonnen auf Tomaten (-1 % gegenüber 2022). Die Gemüseart mit der zweitgrößten Erntemenge war die Salatgurke mit 68 800 Tonnen (+17 %), gefolgt von Paprika mit knapp 16 200 Tonnen (-5 %).

Methodische Hinweise:

Zum ökologischen Gemüseanbau zählen alle Gemüseanbauflächen und -erntemengen aus vollständig auf den ökologischen Landbau umgestellten Betrieben. Flächen und Erntemengen aus teilweise umgestellten Gemüsebetrieben werden nicht einbezogen.

Beim Spargelanbau wird zwischen der gesamten Anbaufläche und der ertragsfähigen Anbaufläche unterschieden, da Spargel nicht wie andere Gemüsearten bereits im Pflanz- beziehungsweise Aussaatjahr geerntet werden kann.

Hohe begehbare Schutzabdeckungen sind feste oder bewegliche Gewächshäuser oder andere hohe begehbare Schutzabdeckungen aus Glas, festem Kunststoff oder Folie. Dazu zählen Schutz- und Schattennetze mit einem sehr dichten Gewebe und einem Beschattungsgrad von 80 % und mehr. Nicht begehbare Einrichtungen wie tragbare Aufzuchtkästen, niedrige Tunnel und andere gehören nicht zu den hohen begehbaren Schutzabdeckungen, ebenso wie Schattennetze mit einem Schattenwert von unter 80 %, Hagelschutznetze, vorübergehende Regenschutzsysteme und Insektennetze.

Da die Gemüseerhebung 2012 methodisch angepasst wurde, ist die Vergleichbarkeit mit den Vorjahren nur eingeschränkt möglich.

Quelle: Statistisches Bundesamt (ots)

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