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Magazin: Finanzgericht entscheidet über Steuernachforderungen gegen Hunderte Pokerspieler

Archivmeldung vom 20.08.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.08.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Thomas Siepmann / pixelio.de
Bild: Thomas Siepmann / pixelio.de

Das Finanzgericht Köln muss in einem Musterprozess darüber entscheiden, ob der Erfolg beim Pokern auf Glück oder auf Geschicklichkeit beruht. Wie das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" berichtet, hat der ehemalige Pokerspieler Eddy Scharf in dem Verfahren gegen Steuerforderungen der Finanzbehörden geklagt.

Der 58-Jährige zockt seit fast 20 Jahren um Geld und gewann allein zwischen 2001 und 2008 über eine Million Dollar Preisgeld. Nach Ansicht des Finanzamts übte Scharf mit dem Kartenspiel eine gewerbliche Tätigkeit aus, die steuerpflichtig ist.

Generell sind die Gewinne aus Glücksspielen in Deutschland dagegen steuerfrei. In Scharfs Fall sei das jedoch anders, der Profi-Spieler nutze "persönliche Fertigkeiten und ein tieferes Spielverständnis" und verlasse sich nicht auf sein Glück. Scharf will nun vor Gericht darlegen, dass er bei seinen Erfolgen doch vor allem Glück hatte. Ein Spieler könne ein Spiel zwar beeinflussen, sagte er, er gewinne deshalb aber noch lange nicht. "Entscheidend ist das richtige Blatt", so Scharf.

Für die Finanzbehörden ist das Verfahren ein Musterprozess. Mehrere hundert Pokerspieler hatten in den vergangenen Jahren ähnliche Steuernachforderungen wie Scharf erhalten. Ein Urteil soll noch in diesem Jahr fallen.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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