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Schiller nicht mehr verhunzen

Archivmeldung vom 06.05.2005

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.05.2005 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Zum 200. Todestag Friedrich Schillers am 9. Mai hat die DEUTSCHE SPRACHWELT vor einer "Verfälschung und Verhunzung" der Sprache Schillers und anderer deutscher Klassiker gewarnt. "In Schulausgaben und in Theatern werden die Werke Schillers teilweise bis zur Unkenntlichkeit entstellt. Schiller würde sich im Grabe drehen, wenn er heute sähe, wie mit ihm umgegangen wird", erklärte der Schriftleiter der Sprachzeitung, Thomas Paulwitz.

Zu oberflächlich werde mit seinem Erbe verfahren, die Magie seiner Worte werde zerstört.

Immer mehr Verlage bieten in ihrem Sortiment überarbeitete Werke von Klassikern an. Als Beispiel nannte Paulwitz die Reihe "einfach klassisch" des Schulbuchverlags Cornelsen, in der Schillers "Wilhelm Tell" in ein hausbackenes und holpriges Simpeldeutsch übertragen und der Blankvers zerstört werde. Aus "allen Redlichen" werden "alle guten Leute", aus "des Scherzes wegen" wird "zum Spaß".

"Einerseits werden von den Schülern immer größere Fremdsprachenkenntnisse verlangt. Andererseits sollen sie von den Schätzen der deutschen Sprache ferngehalten werden. Das paßt nicht zusammen", erklärte Paulwitz. Lehrer, Eltern und Medien müßten statt dessen ihrer Verantwortung gerecht werden, Neugier auf die Klassiker und die Schönheit ihrer Sprache zu wecken.

An den Theatern verfremde das sogenannte "Regietheater" die klassischen Werke. Regisseure, die glauben, es besser zu können als die großen Dichter, machen aus Schiller-Inszenierungen langweilige Selbstdarstellungen, schreiben um, dichten hinzu. "Das Theater entmachtet die Dramatiker", habe der Theaterkritiker Gerhard Stadelmaier richtig erkannt.

Friedrich Schiller selbst stellte fest: "Die Sprache ist der Spiegel einer Nation. Wenn wir in diesen Spiegel schauen, so kommt uns ein großes treffliches Bild von uns selbst daraus entgegen." Dieses Bild sei aufzupolieren, "das köstliche Gut der deutschen Sprache, die alles ausdrückt, das Tiefste und das Flüchtigste, den Geist, die Seele, die voll Sinn ist" (Schiller), gelte es zu wahren, so Paulwitz.

Quelle: Pressemitteilung DEUTSCHE SPRACHWELT

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