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Drückerkolonnen für Arbeiter-Samariter-Bund auf Mitgliederfang

Archivmeldung vom 14.09.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 14.09.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Burkard Vogt / pixelio.de
Bild: Burkard Vogt / pixelio.de

Nach jeder Naturkatastrophe, wie jetzt nach der Flut in Pakistan, sind wieder falsche Samariter unterwegs - auf Mitglieder- und Spendenfang. Das ARD-Wirtschaftsmagazin "Plusminus" hat aufgedeckt, dass Drückerkolonnen Mitglieder für den Arbeiter-Samariter-Bund werben. Dabei kassieren sie einen großen Teil der eingesammelten Gelder als Provision. Die Spender aber glauben, ihr Geld käme ausschließlich der sozialen Hilfe zugute.

"Der Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) arbeitet mit unseriösen Drückermethoden", so der Vorwurf von Burkhard Wilke, Geschäftsführer des Deutschen Zentralinstituts für Soziale Fragen (DZI). Angebliche Mitarbeiter des ASB klingeln an der Haustür oder sprechen Passanten auf der Straße an. Doch es sind Drücker in ASB-Kleidung. Sie fahren in ASB-Fahrzeugen und werben mit falschen Versprechungen - und das bundesweit.

Die neue Masche: Den potentiellen Spendern wird erzählt, dass der Staat 15.000 Zivildienst-Stellen gestrichen hätte, was schlimme Folgen für Rettungsdienst und Pflege habe. Würde der Umworbene dem ASB für ein Jahr Geld spenden, würde der Staat das fünf Jahre lang weiterzahlen. Eine solche Regelung aber gibt es gar nicht. Geködert werden damit vor allem ältere Menschen, die Angst vor einem Mangel an Zivildienstleistenden haben.

Viele der Spender glauben, sie hätten es mit haupt- bzw. ehrenamtlichen Mitarbeitern des ASB zu tun. "Allein das ist schon ein Verstoß gegen den eigenen Verhaltenskodex zur Mitgliedergewinnung", kritisiert das DZI.

Auf Anfrage von "Plusminus" will der ASB die erhobenen Vorwürfe überprüfen und entsprechende Konsequenzen ziehen.

"Plusminus": Dienstag, 14. September, 21.50 Uhr, Das Erste

Quelle: NDR / Das Erste

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