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EKD-Statistik: Demografischer Wandel macht Kirche weiter zu schaffen

Archivmeldung vom 20.07.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.07.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Bild: Axel Hoffmann / pixelio.de
Bild: Axel Hoffmann / pixelio.de

Vor allem der demografische Wandel in Deutschland hat auch im Jahr 2017 für eine rückläufige Mitgliederzahl der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) gesorgt. Das verdeutlicht die jüngste Mitgliederstatistik, die die EKD heute in Hannover veröffentlicht hat. Demnach gehörten zum Stichtag 31.12.2017 21.535.858 Menschen einer der 20 Gliedkirchen der EKD an. Dies entspricht einem Rückgang von insgesamt 390.000 Mitgliedern (1,8 Prozent) gegenüber dem Vorjahr. Maßgeblich war dabei nicht zuletzt die hohe Zahl der Verstorbenen: Im Jahr 2017 verstarben rund 350.000 Mitglieder der evangelischen Kirche.

Als weitgehend stabil erwies sich die Zahl der Taufen und Aufnahmen. Sie lag mit rund 180.000 Taufen und 25.000 Aufnahmen auf dem Vorjahresniveau. Damit sind auch im Jahr 2017 erneut mehr Menschen in die evangelische Kirche eingetreten als im gleichen Zeitraum Mitglieder ihre Zugehörigkeit aufgegeben haben. Nach den aktuellen Berechnungen auf Basis der gemeldeten vorläufigen Zahlen aus den Gliedkirchen der EKD traten 2017 rund 200.000 Menschen aus der evangelischen Kirche aus.

Auf die finanzielle Situation der evangelischen Kirche hat der Rückgang bei den Mitgliederzahlen zunächst noch keine sichtbaren Auswirkungen. Bedingt durch die positive Entwicklung der Löhne und Einkommen in Deutschland stieg das Kirchensteueraufkommen 2017 an auf 5,67 Milliarden Euro. Auch hier wird sich der demografische Wandel jedoch mittelfristig auswirken. Ein großer Teil des Kirchensteueraufkommens wird derzeit durch die geburtenstarken Jahrgänge zwischen 1955 und 1969 aufgebracht. Durch das Ausscheiden dieser "Babyboomer-Generation" aus dem Erwerbsleben wird deren Beitrag deutlich sinken. Derzeit zahlen rund 40 Prozent aller Kirchenmitglieder Kirchensteuer.

Demgegenüber nimmt die gesellschaftliche Bedeutung kirchlicher Arbeit weiter zu. So ist die Zahl der Tageseinrichtungen für Kinder in der evangelischen Kirche und ihrer Diakonie in den Jahren 2011 bis 2017 von 8495 auf 8800 gestiegen. Die Zahl der Plätze in evangelischen Kindertageseinrichtungen nahm im selben Zeitraum um 42.918 Plätze (7,88 Prozent) zu. In ihren Kindertagesstätten und Horten bieten evangelische Kirche und Diakonie mehr als eine halbe Million Plätze.

Hohe gesellschaftliche Bedeutung kommt auch den evangelischen Ehrenamtlichen zu. So ist ehrenamtliches Engagement vor allem unter jungen Christen weit verbreitet. Während derzeit jeder zweite junge Mensch mit christlicher Prägung innerhalb wie außerhalb der Kirche ehrenamtlich engagiert (56 Prozent) ist, sind dies bei den Religionslosen lediglich 38 Prozent. Insgesamt engagieren sich mehr als 1,1 Millionen Menschen in der Evangelischen Kirche.

Die heute erschienene EKD-Statistik-Broschüre "Evangelische Kirche in Deutschland - Zahlen und Fakten zum kirchlichen Leben", Ausgabe 2018, steht auf https://www.ekd.de/statistik zum Download zur Verfügung und kann kostenlos bestellt werden im Kirchenamt der EKD unter Tel.: 0511/27 96 359 oder per E-Mail: [email protected]

Die "Kirchenmitgliedszahlen zum 31.12.2017" sind ebenfalls auf https://www.ekd.de/statistik abrufbar.

Quelle: EKD Evangelische Kirche in Deutschland (ots)

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