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Caritasdirektor Osnabrück warnt vor Neiddebatte in Flüchtlingspolitik

Archivmeldung vom 23.05.2016

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 23.05.2016 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM) / pixelio.de
Bild: Initiative Echte Soziale Marktwirtschaft (IESM) / pixelio.de

Der Caritasdirektor der Diözese Osnabrück, Franz Loth, hat vor einer Neiddebatte bei der Integration von Flüchtlingen gewarnt. In einem Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" zum 100. Geburtstag des Caritasverbandes sagte Loth: "Wir brauchen gleiche Chancen für Neuankömmlinge und Einheimische, sonst treten wir eine Sozialneiddebatte los."

Es sei gefährlich, wenn der Staat für Flüchtlinge Sonderregelungen schaffe und Deutsche sich zurückgesetzt fühlten: "Damit bedienen wir nur Parolen", warnte Loth. Bevor etwa über eine verlängerte Schulpflicht für Flüchtlinge diskutiert werde, müssten zunächst verpflichtende Angebote abgesichert werden. Die Politik müsse die Sorgen der Menschen bezüglich der Integration von Flüchtlingen ernst nehmen. Der Caritasdirektor mahnte: "Kritische Fragen müssen erlaubt sein, ohne dass man diese Menschen gleich in die rechtspopulistische Ecke drängt."

Zur Zukunft der Pflege sagte Loth, wegen des Pflegekräftemangels und der demographischen Entwicklung müssten künftig mehr alte Menschen zuhause gepflegt werden. Die Pflege der Zukunft werde "ganz klar noch stärker ambulant sein". Der Caritasdirektor verlangte Unterstützung von der Politik, um auch auf dem Land künftig die Hauspflege noch stemmen zu können. "Wir fordern, dass Wegepauschalen in ländlichen Gebieten anders bemessen werden als in städtischen Gebieten." Sonst sei die Pflege nicht mehr kostendeckend. Loth sagte: "Da muss der Staat auf Ankündigungen Taten folgen lassen."

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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