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Empörungs-Ökonomie Wie sich Deutschland und Europa schaden und dabei nicht einmal moralisch handeln

Archivmeldung vom 08.08.2022

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 08.08.2022 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
EU-Kommission: "Zahlung für Russlands Erdgas in Rubel verstößt gegen Sanktionen"
EU-Kommission: "Zahlung für Russlands Erdgas in Rubel verstößt gegen Sanktionen"

Bild: Sputnik / Vitali Podwizki

Der selbstherrliche Blick durch die Moral-Brille - er ist eine Domäne der Deutschen. Die Reaktion auf den Ukraine-Krieg ist für Jörg Wiechmann nur das jüngste Beispiel: Andere Länder gingen deutlich vernünftiger vor, meint der Geschäftsführer des Itzehoer Aktien Clubs (IAC). Denn sie hielten es eher mit dem US-Wahlkampfmotto "It's the economy, stupid": "Es ist die Wirtschaft, Dummkopf!"

Ob Klima, Migrationspolitik oder Corona, die Dinge würden in Deutschland nicht durchdacht, statt dessen werde reflexartig mit der Moral-Keule zugeschlagen, so Wiechmann. So auch jetzt: "Wer nicht begeistert davon ist, für den Frieden zu frieren, der ist ein Putin-Versteher und Verräter europäischer Werte." Doch diese "Empörungs-Ökonomie" birgt ein großes Problem: "Selten führen auf reflexhafter Empörung basierende Entscheidungen zu ökonomisch vorteilhaften Ergebnissen."

Moralisch möge der Wirtschaftskrieg des Westens gegen Aggressor Russland nachvollziehbar sein, absehbar bringe er aber nicht das erhoffte Einlenken Russlands, stellt Wiechmann fest. Zerstörung und Opferzahlen in der Ukraine stiegen täglich weiter, und Europa schade sich zunehmend selbst. Energiepreise und Inflation gehen durch die Decke, der Euro fällt, während der russische Rubel 30 Prozent teurer sei als vor dem Krieg. In Deutschland bibberten Wirtschaft und Bürger vor einem Gasnotstand im Winter, sogar der soziale Frieden stehe auf dem Spiel.

Russland dagegen profitiere von hohen Energiepreisen und verkaufe sein Öl eben an andere, erläutert der IAC-Geschäftsführer. Das Land sei nun größter Öl-Lieferant Chinas, Indien oder auch Saudi-Arabien importierten russisches Öl und verkauften selbst umso mehr Öl teuer nach Europa: "Ein erst durch die EU-Sanktionen mögliches neues Geschäftsmodell, das man als Öl-Wäsche oder auch Kriegs-Neudeutsch als Öl-Ringtausch bezeichnen kann", zürnt Wiechmann.

Der klare Verlierer sei Europa, und das nicht nur wirtschaftlich. Saudi-Arabien habe immerhin den Journalisten Khashoggi brutal ermorden lassen, und in Katar, das in Deutschland fehlendes Gas liefern soll, würden Gastarbeiter wie Sklaven behandelt, bis zu 6500 von ihnen seien seit Vergabe der Fußball-WM laut "The Guardian" gestorben. "Moralisch liegt da einiges im Argen", sagt der IAC-Chef.

Andererseits: "Wollten wir Öl und Gas nur aus Ländern beziehen, die unsere europäischen Werte teilen, gingen hier schnell die Lichter aus." Das könne angesichts des drohenden Gasnotstandes auch so bald passieren - deshalb sollten Anleger ihr Vermögen international streuen, rät der Experte. Immerhin sei das in Europa fehlende Gas im Rest der Welt umso üppiger vorhanden. Und die USA könnten zufällig gerade alles liefern, was Europa derzeit brauche: Kriegsgerät, Agrargüter und Flüssiggas. "Gegen teure Dollar, versteht sich", sagt Wiechmann. "It's the economy, stupid!"

Quelle: Itzehoer Aktien Club GbR (ots)

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