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Google-Autos sollen Mini-Verkehrsrowdys werden

Archivmeldung vom 30.09.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 30.09.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Selbstfahrender Lexus: Er ist oft etwas übervorsichtig. Bild: google.com
Selbstfahrender Lexus: Er ist oft etwas übervorsichtig. Bild: google.com

Google bringt seinen selbstfahrenden Autos derzeit bei, nicht so streng auf die Straßenverkehrsordnung zu achten. Die Fahrzeuge lernen unter anderem, Kurven zu schneiden und doppelte Sperrlinien zu überfahren, berichtet das "Wall Street Journal" (WSJ). Letztendlich soll das für ein unfallfreieres Fahren sorgen. Denn derzeit fahren die Autos zu sehr wie übervorsichtige Roboter, die reichlich oft bremsen. Das spielt möglicherweise eine Rolle dabei, warum die selbstfahrenden Autos immer wieder besonders in Auffahrunfälle verwickelt sind.

Seit Mai dieses Jahres veröffentlicht Google Unfallstatistiken für seine selbstfahrenden Autos http://google.com/selfdrivingcar/reports . Demnach gab es 2012 den ersten einer Reihe von Auffahrunfällen mit Fahrzeugen im autonomem Betrieb. Google selbst gibt die Schuld zwar menschlichen Verkehrsteilnehmern, doch andere sehen das kritischer. "Warum wird auf die Autos aufgefahren? Weil sie fahren wie ein Computer", meint Nvidia-Chef Jen-Hsun Huang. Die Grafikchips seines Unternehmens helfen den Autos dabei, Objekte in der Umgebung zu erkennen und darauf zu reagieren.

Eben die Reaktionen auf mögliche Gefahren dürfte aus Sicht von Skeptikern mit für Unfälle verantwortlich sein. Denn die Autos bremsen oft schon beim kleinsten Anzeichen für Gefahr leicht und bewegen sich daher etwas ruckelnd, wie sich auch bei einer Testfahrt von WSJ-Redakteuren zeigte. Sie seien "etwas vorsichtiger als sie sein müssten", hat daher Chris Urmson, Googles Entwicklungsleiter für selbstfahrende Autos, schon eingeräumt. "Wir versuchen, sie menschlicher fahren zu lassen." Denn wenn die Fahrzeuge sich eher wie andere Verkehrsteilnehmer verhalten, sinkt das Risiko, dass sie menschliche Fahrer irritieren. Damit sollte auch das Unfallrisiko sinken.

Normaler erscheinen

Ein Beispiel dafür ist, dass die Autos noch Anfang 2014 bei Kurven oft relativ weit ausgeholt haben, aus Rücksicht auf etwaige Passanten am Gehsteig. Doch das könnte menschliche Fahrer glauben lassen, dass das Auto gar nicht abbiegen wird. Daher haben die Fahrzeuge gelernt, Kurven eher wie Menschen zu schneiden. Das wirkt für Passagiere und andere Verkehrsteilnehmer normaler. Zudem hat Google den Robo-Autos beigebracht, doppelte Sperrlinien nötigenfalls zu ignorieren. Denn solange sie sich stur an die Straßenverkehrsordnung gehalten haben, konnten sie einem schlecht abgestellten Fahrzeug nicht ausweichen. Damit mussten sie stehenbleiben und wurden zur zusätzlichen Verkehrsbehinderung.

Quelle: www.pressetext.com/Thomas Pichler

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