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Depotfund bei Hamburg - Ex-Terrorfahnder sieht keinen RAF-Bezug

Archivmeldung vom 22.01.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 22.01.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Mit nur 15% der Ausgaben für Militär weltweit könnte jeder Mensch auf dem Planeten sich in einem 5 Sterne Restaurant versorgen lassen, 900kg Getreide kaufen und im Überfluß leben (Symbolbild)
Mit nur 15% der Ausgaben für Militär weltweit könnte jeder Mensch auf dem Planeten sich in einem 5 Sterne Restaurant versorgen lassen, 900kg Getreide kaufen und im Überfluß leben (Symbolbild)

Bild: Eigenes Werk /OTT

Der frühere Terrorfahnder Rainer Hofmeyer sieht nach dem Fund eines Erddepots bei Hamburg keine Verbindung zur Roten Armee Fraktion (RAF). "Ich schließe aus, dass es sich um ein RAF-Depot handelt", sagte der frühere Leiter der Terrorismusabteilung im Bundeskriminalamt dem "Spiegel".

In dem Depot lagen Anleitungen zum Sprengsatzbau und zur Wundversorgung, außerdem Behälter mit Salz-, Schwefel- und Essigsäure sowie Schriften der "Revolutionären Zellen" (RZ). Hofmeyer sagte, im Gegensatz zum jetzt entdeckten Versteck seien RAF-Depots stets mit Waffen, Munition, gefälschten Papieren und Geld gespickt gewesen - "aber nicht mit Pamphleten der Revolutionären Zellen".

Salz- und Schwefelsäure seien außerdem nie bei RAF-Anschlägen benutzt worden. Das Landeskriminalamt Niedersachsen hielt eine Verbindung zur RAF zunächst für "nicht ausgeschlossen". Nun sagt eine Sprecherin, die "bisherige Auswertung der sichergestellten Schriftstücke" deute "nach derzeitiger Einschätzung" auf Urheber aus den Reihen der RZ hin. Es würden noch Spuren ausgewertet. Eine "abschließende Bewertung, wem das Erddepot tatsächlich zuzuordnen ist", stehe aus. Im Gegensatz zur straff organisierten RAF, die von den Siebziger- bis in die Neunzigerjahre zahlreiche Morde verübte, waren die RZ dezentral auf gebaut. Die Mitglieder verübten zwar auch Anschläge, lehnten die gezielte Tötung von Menschen jedoch ab.

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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