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Unwörter des Jahres sind "Rückführungspatenschaften" und "Corona-Diktatur"

Archivmeldung vom 12.01.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 12.01.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
(Symbolbild)
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Bild: Unbekannt / Eigenes Werk

Die Begriffe "Rückführungspatenschaften" und "Corona-Diktatur" sind zu den Unwörtern des Jahres 2020 gekürt worden. Es sei die erstmalige Wahl eines Unwort-Paares, teilte die Jury am Dienstag mit. Mit "Rückführungspatenschaften" (41 Mal vorgeschlagen) wurde im September 2020 von der EU-Kommission ein neuer Mechanismus der Migrationspolitik bezeichnet.

Die EU-Staaten, die sich weigern, Flüchtlinge aufzunehmen, sollen ihrer Solidarität mit den anderen Mitgliedern der EU dadurch gerecht werden, dass sie die Verantwortung für die Abschiebung abgelehnter Asylbewerber übernehmen. Dies als "Rückführungspatenschaften" zu bezeichnen, sei "zynisch und beschönigend", so die Jury.

Der ursprünglich christlich geprägte, positive Begriff der Patenschaft stehe für Verantwortungsübernahme und Unterstützung im Interesse von Hilfsbedürftigen. In der Zusammensetzung mit dem Wort "Rückführung" werdesuggeriert, "dass Abschieben eine gute menschliche Tat" sei. Das Wort "Corona-Diktatur" (21 Mal vorgeschlagen) wurde seit Beginn des öffentlichen Diskurses um den politischen Umgang mit der Pandemie gebraucht, um regierungspolitische Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie zu diskreditieren. Dass der Ausdruck auf Demonstrationen verwendet werde, die ausdrücklich erlaubt seien, stelle schon in sich einen Widerspruch dar, so die Jury.

Zudem verharmlose der Ausdruck tatsächliche Diktaturen und verhöhne die Menschen, die sich dort gegen die Diktatoren wenden und dafür Haft und Folter bis hin zum Tod in Kauf nehmen oder fliehen müssen. Für das Jahr 2020 wurden 625 verschiedene Wörter eingeschickt, von denen gut 70 auch den Unwort-Kriterien der Jury entsprachen. Insgesamt erhielt das Gremium 1.826 Einsendungen. Die häufigsten Einsendungen insgesamt, die allerdings nicht sämtlich den Kriterien der Jury entsprachen, waren "Abschiebe-/Rückführungspatenschaft" (41), "Corona-Diktatur" (21), "Covidiot" (43), "Herdenimmunität" (41), "Öffnungsdiskussionsorgien" (50), "querdenken" (55), "Querdenker" (116), "Schweinestau" (35), "Social Distancing" (34) und "systemrelevant" (180). Die Jury der Aktion "Unwort des Jahres" besteht aus vier Sprachwissenschaftlern, einem Journalisten und einem jährlich wechselnden Mitglied.

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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