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Lehrerpräsident erwartet mehr Studien- und Ausbildungsabbrecher

Archivmeldung vom 14.07.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 14.07.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Symbolbild
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Bild: Screenshot huffingtonpost.de Video: "Wie an deutschen Schulen das Potenzial tausender Migranten verspielt wird" / Eigenes Werk

Der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes, Heinz-Peter Meidinger, warnt vor einer zunehmenden Zahl von Studienabbrechern und Jugendlichen, die ihre Ausbildung nicht beenden. "Zahlreiche junge Menschen werden trotz Schulabschluss nicht die notwendigen Kenntnisse haben, um eine Ausbildung erfolgreich abzuschließen", sagte er dem Portal "Business Insider".

Hintergrund sind demnach die Bildungsdefizite während der letzten anderthalb Jahre Corona-Pandemie. Die Defizite können laut Meidinger kurzfristig nicht gelöst werden. Mehrere Bundesländer haben sogenannte Sommerschulen eingerichtet, in denen die Kinder verpassten Stoff aufholen sollen. Dafür nehmen Bund und Länder zwei Milliarden Euro in die Hand. Doch entsprechende Nachhilfe-Möglichkeiten in den Ferien bieten eben nicht alle Bundesländer an, zudem nehmen von zehn Millionen Schülern in Deutschland offenbar die wenigsten das Angebot in Anspruch, schreibt "Business Insider".

Meidinger hat große Zweifel am Konzept der Sommerschulen. Er sagte dem Portal: "Das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Einen Verdurstenden wird das nicht retten." Für jeden Schüler seien in der Pandemie zwischen 350 und 900 Stunden Präsenzunterricht ausgefallen. "Das kann man nicht mit einem zweiwöchigen Sommerkurs ausgleichen." Die Politik schaffe eine Erwartungshaltung, die nicht erfüllbar ist. Ein weiteres Problem: Die Sommerschulen werden häufig nicht diejenigen nutzen, die sie am meisten brauchen, sondern diejenigen mit "bildungsaffinen Eltern", wie er es ausdrückt. Dario Schramm, Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz, hatte bei den Schulministern der Länder für die Sommerschulen geworben. Vom Konzept sei er überzeugt, auch wenn das Angebot "noch deutlich breiter und besser sein" könnte, sagte Schramm dem Portal. Doch auch er glaubt nicht, dass die Rückstände bald aufgeholt sind: "Wir brauchen mehr Geld für individuelle Nachhilfe, gerade für Kinder mit schwachem wirtschaftlichen Hintergrund."

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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