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Kriminologe Singelnstein fordert angesichts Tausender Fälle rechtswidriger Polizeigewalt neue "Fehlerkultur"

Archivmeldung vom 08.08.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 08.08.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Das SEK wird hin und wieder auch bei Nicht-Zahlern von Zwangsrundfunkgebühren genutzt (Symbolbild)
Das SEK wird hin und wieder auch bei Nicht-Zahlern von Zwangsrundfunkgebühren genutzt (Symbolbild)

Bild: Eigenes Werk /OTT

Der Bochumer Wissenschaftler Tobias Singelnstein hat angesichts zahlreicher Fälle von Übergriffen Beamter auf Bürger einen "Wandel in der Polizeikultur" gefordert. Der Inhaber des Lehrstuhls für Kriminologie der Ruhr Universität Bochum leitet eine Untersuchung zu rechtswidriger Polizeigewalt in Deutschland, für die rund 1000 Betroffene befragt wurden.

Ersten Ergebnissen zufolge erstattete nur eine Minderheit Anzeige gegen Polizisten, da nicht mit deren Strafverfolgung gerechnet werde. Daher geht das Forscherteam davon aus, dass es in der Bundesrepublik jährlich rund 12.000 Fälle illegaler Übergriffe von Beamten auf Bürger gibt.

Illegale Polizeigewalt sei auf strukturelle Probleme zurückzuführen, sagte Singelnstein der Tageszeitung "neues deutschland" (Freitagausgabe). Zudem werde sie "in der Polizei, aber auch in Teilen der Politik, stark negiert". Vielfach werde behauptet, es handele sich um Einzelfälle. "Die Polizei sollte eine Fehlerkultur und einen professionellen Umgang damit entwickeln, anstatt in reflexhafter Abwehr zu verharren", so der Kriminologe. Als Ursachen für unzulässige Gewalt sieht der Wissenschaftler einerseits "Situationen der Überlastung, Überforderung und Übermüdung, in denen ein Beamter überreagiert, bis zu den Fällen, wo sich bestimmte rechtswidrige Praktiken in einer Dienststelle auf Dauer etabliert haben". Außerdem gebe es "Widerstandsbeamte", die "Konfliktsituation auf sich ziehen und herstellen".

Quelle: neues deutschland (ots)


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