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Erzbischof Schick und Bischof Wilmer zum Internationalen Tages zum Gedenken an die Opfer von Gewalttaten aus Gründen der Religion oder des Glaubens

Archivmeldung vom 21.08.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 21.08.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Kreuzzüge: Im Namen der römisch-katholischen Kirche (Symbolbild)
Kreuzzüge: Im Namen der römisch-katholischen Kirche (Symbolbild)

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Lizenz: GFDL
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Am 22. August 2020 begeht die internationale Gemeinschaft zum zweiten Mal den im Jahr 2019 von den Vereinten Nationen ausgerufenen "Internationalen Tag zum Gedenken an die Opfer von Gewalttaten aus Gründen der Religion oder des Glaubens". Der Gedenktag erinnert an die vielen Menschen weltweit, die unter religiöser Verfolgung leiden.

Der Vorsitzende der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Dr. Ludwig Schick (Bamberg), äußerte sich anlässlich des diesjährigen Gedenktages besorgt: "Aufgrund ihres Glaubens sind auch in unserer Zeit unzählige Menschen Verfolgung, Hass und Beeinträchtigungen ausgesetzt. Sie werden von Nichtgläubigen oder Andersgläubigen bedrängt. Oft ist es die staatliche Macht, die die Religionsfreiheit missachtet. Nicht selten sind es aber auch aggressive, manches Mal terroristische Gruppen, die Menschen aufgrund ihrer Religionszugehörigkeit zusetzen. Nachdrücklich appelliere ich an alle Staaten, ihren Verpflichtungen nachzukommen, die religiöse Freiheit aller Bürgerinnen und Bürger zu schützen. Die internationalen Organisationen und nicht zuletzt die westlichen Länder mit ihrer langen Tradition religiöser Toleranz sind ihrerseits gefordert, die Anerkennung der Religionsfreiheit weltweit zu fördern."

Erzbischof Schick unterstrich zugleich die Verantwortung der Religionen, für ein friedliches Zusammenleben einzutreten. "Auch die Glaubensgemeinschaften stehen in der Pflicht, Verfolgung und Hass gegenüber Anders- oder Nichtgläubigen entgegenzutreten. Ansonsten verraten sie ihre eigene Bestimmung." Die Religionen könnten entscheidend daran mitwirken, dass weltanschauliche Toleranz und Dialogbereitschaft schon von früh an in den Schulen und konsequent in allen Bereichen der Gesellschaft kultiviert werden. "Gerade die Bildung ist unverzichtbar", betonte Erzbischof Schick. "Sie kann ein geistiges Klima des Respekts und der Bereitschaft zum Zuhören erzeugen, sodass sich Feindseligkeit gegen Menschen anderen Glaubens gar nicht erst verbreitet."

Der Vorsitzende der Deutschen Kommission Justitia et Pax, Bischof Dr. Heiner Wilmer (Hildesheim), warnte anlässlich des Gedenktages vor der weiteren Verbreitung von religiösem Fundamentalismus: "In allen Religionen brauchen wir die vorurteilsfreie Begegnung mit Andersgläubigen und die Bereitschaft, Fehlentwicklungen in der eigenen Glaubensgemeinschaft kritisch zu befragen. Wir müssen wachsam sein gegenüber fundamentalistischen Tendenzen auch im eigenen Haus. Religiöser Fundamentalismus beginnt oft da, wo sich religiöse Gruppen aus vermeintlichem Selbstschutz von der Mitte der Gesellschaft entfernen und so einen Nährboden für extremistische und feindselige Grundhaltungen bieten." Nicht nur seien religiöse Wortführer deshalb zu einem unvoreingenommenen Dialog mit Andersgläubigen aufgerufen. Auch Regierungen in Ländern mit einer stark säkularisierten Kultur müssten darauf achten, dass Religion nicht aus dem öffentlichen Raum zurückdrängt werde, so Bischof Wilmer.

Hintergrund

Auf dem Wege einer Resolution ihrer Vollversammlung haben die Vereinten Nationen den 22. August als "Internationalen Tag zum Gedenken an die Opfer von Gewalttaten aus Gründen der Religion und des Glaubens" ausgerufen. Er wurde 2019 erstmals begangen. Mit dem Gedenktag sollen die Opfer religionsfeindlicher Gewalt gewürdigt und auf die große Zahl von Menschen, die aktuell unter religiöser Verfolgung leiden, aufmerksam gemacht werden.

Die Deutsche Bischofskonferenz und die Deutsche Kommission Justitia et Pax legen in ihrer Arbeit seit Jahren einen Schwerpunkt auf die Verteidigung und Förderung der Religionsfreiheit. In diesem Zusammenhang steht u. a. die jährliche Initiative der Deutschen Bischofskonferenz "Solidarität mit verfolgten und bedrängten Christen in unserer Zeit", deren neues Schwerpunktthema (ab 25. November 2020) Syrien und Irak sein werden. Weitere Informationen zu dieser Initiative sind unter www.dbk.de/themen/solidaritaet-mit-verfolgten-und-bedraengten-christen zu finden. In unregelmäßigem Abstand veröffentlicht die Deutsche Bischofskonferenz darüber hinaus zusammen mit der Evangelischen Kirche in Deutschland den "Ökumenischen Bericht zur Religionsfreiheit von Christen weltweit" (zuletzt Oktober 2017), der einen fundierten Überblick über die Situation verfolgter und bedrängter Christen in verschiedenen Ländern der Erde gibt.

Quelle: Deutsche Bischofskonferenz (ots)


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