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Magazin: IS-Rückkehrer Nils D. wurde an Waffen ausgebildet

Archivmeldung vom 15.01.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 15.01.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Thorben Wengert  / pixelio.de
Bild: Thorben Wengert / pixelio.de

Der am Samstag in Dinslaken festgenommene Syrien-Rückkehrer Nils D. soll bei der Terrormiliz "Islamischer Staat" eine Waffenausbildung erhalten, jedoch nicht an Kampfhandlungen teilgenommen haben. Das berichtet das Hamburger Magazin stern. Nach Informationen nordrhein-westfälischer Sicherheitsbehörden sei der 24-Jährige während seines knapp einjährigen Einsatzes als Wachmann in einem IS-Gefangenenlager und "Feldjäger" tätig gewesen.

Im vergangenen Oktober sei es ihm laut Sicherheitskreisen gelungen, sich vom IS abzusetzen. Wie der stern erfuhr, hatten bulgarische Grenzbeamte Nils D. Ende Oktober in einem Bus entdeckt, der zwischen Istanbul und Dortmund verkehrt. Sein Name stand auf der Fahndungsliste des Schengener Informationssystems SIS. Seit seiner Rückkehr nach Dinslaken hätten Fahnder laut Auskunft der Sicherheitsbehörden den als "weich" geltenden Konvertiten "ständig unter Wind" gehabt, intensiv sei er jedoch lediglich im November beobachtet worden.

Nach den Anschlägen von Paris haben die US-Sicherheitsbehörden auch auf Nils D. als möglichen Gefährder hingewiesen, weil er in seinem Handy Telefonkontakte zu IS-Mitgliedern gespeichert hatte. Eine Verbindung zu den Attentätern von Paris wurde nicht gefunden. "Er hat nicht das kriminelle Potential der anderen, die aus Dinslaken-Lohberg zur Terrormiliz nach Syrien ausgereist sind", so ein hoher Sicherheitsbeamter gegenüber dem stern.

Die sogenannte Lohberger Gruppe soll laut Sicherheitsbehörden aus etwa 25 jungen Männern bestanden haben, von 2013 an hätten sich mindestens 13 dem IS angeschlossen. Offenbar waren einige auch an Kämpfen um die nordsyrische Stadt Kobane beteiligt. Ein Freund aus dem Umfeld der Islamisten hat gegenüber dem stern vier ihrer Leichen auf einem Foto identifiziert, das aus einem Video der kurdischen Volksverteidigungseinheiten YPG stammt. Es zeigt Opfer eines Angriffs auf IS-Stellungen kurz vor Weihnachten. Unter den Toten befänden sich demnach die Brüder Hassan und Hüssein D., Yunus E. und Marcel L. Bei dem gleichen Angriff sei auch Mustafa K. gestorben. Der Lohberger hatte im vergangenen Jahr auf Propagandabildern mit abgeschlagenen Köpfen posiert.

Quelle: Gruner+Jahr, stern (ots)

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