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Intensivpädagoge warnt vor Herabsetzung des Strafmündigkeitsalters

Archivmeldung vom 17.04.2024

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 17.04.2024 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Mary Smith
Erhobener Zeigefinger, Drohen & Warnen (Symbolbild)
Erhobener Zeigefinger, Drohen & Warnen (Symbolbild)

Bild: A. Reinkober / pixelio.de

Obwohl die Jugendkriminalität auf ein Zehnjahreshoch gestiegen ist, rät Menno Baumann, Intensivpädagoge an der Fliedner-Fachhochschule Düsseldorf, davon ab, auf die Entwicklung mit einer Herabsetzung des Strafmündigkeitsalters auf unter 14 Jahre zu reagieren. "Diese Forderung wird wider besseres Wissen erhoben", sagte Baumann der Mediengruppe Bayern.

Die Herabsetzung des Strafmündigkeitsalters bringe überhaupt nichts. "Sie verhindert keine Straftaten und sie ermöglicht nicht bessere Reaktionen auf Strafverhalten von Kindern und Jugendlichen." Schaue man sich Länder mit einer niedrigeren Strafmündigkeit an, zeige sich, dass je jünger die Strafmündigkeit sei, desto weniger werde in soziale Infrastruktur investiert und desto mehr Kinderkriminalität sei die Folge. Dieser Befund sei in der Gewaltforschung eindeutig. "Das kann nur heißen: Finger weg vom Strafmündigkeitsalter, denn das ist Populismus pur", warnte Baumann. Es gebe genügend andere Instrumente. "Der Eindruck, Unter-14-Jährigen würde nichts passieren bei einer Straftat, stimmt ja nicht. Die können durchaus vor einem Richter landen, aber eben keinem Strafrichter, sondern einem Familienrichter, und da gehören die Kinder hin." 

Für den Anstieg der Jugendkriminalität gibt es aus Sicht des Intensivpädagogen viele Gründe. "Wir hatten Gesetzesverschärfungen, die neue Delikte umfassen, sehen einen Bevölkerungszuwachs in dieser Gruppe, sind mit einem stark wachsenden Anzeigeverhalten konfrontiert." Auch gesellschaftliche Entwicklungen wie steigende Armut, wirtschaftliche Bedrohung durch Inflation und die prekäre Lage am Wohnungsmarkt führten zu wachsenden Problemen in den Familien. Zudem gehe nach der Corona-Zeit die Schere zwischen denen, die in der Schule relativ gut zurechtkommen und denen, für die das nicht gilt, weit auseinander. "Die Bildungsungerechtigkeit hat daher zuletzt deutlich zugenommen, und auch das ist ein Nährboden für Kriminalität und Gewalt", sagte Baumann. Er warnt: "Alle radikalen Strömungen fischen im Internet ganz gezielt nach Kindern und Jugendlichen. Das tut der Islamismus in Richtung Terror, der Rechtsradikalismus und das tun viele andere Strömungen." Die Gefahr, dass es zu Radikalisierungsprozessen komme, sei ernst zu nehmen.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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