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Ohne Eltern geflüchtet: Immer noch knapp 5300 Flüchtlingskinder in Deutschland vermisst

Archivmeldung vom 08.01.2018

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 08.01.2018 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Bild: Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de
Bild: Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de

Auch mehr als zwei Jahre nach der Flüchtlingskrise gelten in Deutschland immer noch 5288 Flüchtlingskinder und -jugendliche als vermisst. Das zeigen Zahlen des Bundeskriminalamtes (BKA), die der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montag) vorliegen. Die jungen Flüchtlinge sind ohne Begleitung nach Deutschland gekommen, wurden registriert und verschwanden dann aus Aufnahmelagern und Unterkünften.

Der Trend zeigt aber deutlich nach unten: Vor einem Jahr, Anfang 2017, galten noch knapp 8350 unbegleitete und geflüchtete Kinder und Jugendliche als verschwunden. Die Zahlen waren mit dem Flüchtlingsstrom 2015/2016 nach oben geschnellt. Grund für den Rückgang ist, dass inzwischen weniger Flüchtlinge nach Deutschland kommen, viele Kinder wieder aufgetaucht sind und doppelte Meldungen aufgeklärt werden konnten. Derzeit sind nach BKA-Angaben die meisten verschwundenen Jugendlichen im Alter zwischen 14 bis 17 Jahren (4320), nur 968 unbegleitete Flüchtlinge waren Kinder bis 13 Jahre.

Meist sei die Sache harmlos und die Fälle hätten keinen kriminellen Hintergrund, berichtete die Behörde. Viele Flüchtlingskinder und -jugendliche reisten einfach weiter zu ihrer Familie oder zu Freunden, ohne sich in der Aufnahmeeinrichtung abzumelden. Betreuer und Jugendämter geben dann eine Vermisstenanzeige auf - und die Namen bleiben in der Fahndungsdatenbank stehen. Die Statistik werde auch durch mehrfache Registrierungen nach oben verzerrt, etwa wegen verschiedener Schreibweisen desselben Namens oder Meldungen an mehreren Orten.

Der Rückgang bei den vermissten Flüchtlingen hat auch die Gesamtzahl der in Deutschland vermissten Menschen sinken lassen. Laut Bundeskriminalamt sind derzeit 14.220 Personen in der Vermisstenstatistik registriert - vor einem Jahr (Anfang 2017) waren es noch 17.190.

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung (ots)

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