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Sexualisierte Gewalt: Neue Wege der Betroffenenpartizipation in der EKD

Archivmeldung vom 25.04.2022

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 25.04.2022 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Kindesmissbrauch in der Kirche hat eine lange Tradition - und nicht nur dort! (Symbolbild)
Kindesmissbrauch in der Kirche hat eine lange Tradition - und nicht nur dort! (Symbolbild)

Bild: Eigenes Werk /OTT

Ursprüngliche Mitglieder des Betroffenenbeirats und Vertreter*innen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) haben sich am 23. April zu einem Klausurtag zur Neuausrichtung der Betroffenenpartizipation in Kassel getroffen. Sie haben den Strukturvorschlag der unabhängigen Expertin, Dr. Birgit Mangels-Voegt, für ein Beteiligungsforum Sexualisierte Gewalt diskutiert und sich darauf übereinstimmend verständigt.

Grundlegend dafür ist eine starke Partizipation Betroffener und eine aktive Rolle in der Gestaltung von Aufarbeitung, Prävention, Intervention, Unterstützung und Anerkennung in der evangelischen Kirche und Diakonie. Betroffene und kirchliche Vertreter unter Beteiligung der Diakonie beraten und streben im Beteiligungsforum gemeinsame Lösungen an. Das neue Beteiligungsforum wird zum zentralen Gremium innerhalb der EKD, in dem alle Fragen, die sexualisierte Gewalt betreffen, bearbeitet werden. "Das Gespräch war intensiv und sehr grundsätzlich. Ein gutes Grundgerüst wurde gefunden. Wir müssen es natürlich noch weiter ausdifferenzieren. Ein ganz entscheidender Schritt zur angemessenen Beteiligung Betroffener ist gemacht", berichtet Nancy Janz, ursprüngliches Mitglied des Betroffenenbeirats.

Das Strukturmodell basiert auf Ideen und Vorschlägen für eine neue Form der Beteiligung, die im Laufe der vergangenen sieben Monate von ursprünglichen Mitgliedern des Betroffenenbeirates sowie Kirchenvertreter eingeholt und im Verlauf verschiedener Gespräche weiterentwickelt wurden. Noch offene Fragen und Herausforderungen wurden identifiziert und werden im Rahmen der kommenden Gespräche gemeinsam beantwortet. Dr. Birgit Mangels-Voegt, Expertin für Beteiligungsverfahren, erläutert: "Ziel des neuen Beteiligungsforums ist die verbindliche Mitwirkung von Betroffenen an Entscheidungen und Maßnahmen zum Schutz vor und zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt. Eine strukturierte Kommunikation zwischen Betroffenen und Kirchenvertretern ist unerlässlich. Der Prozess wird durch externe Moderation, Supervision und Prozessbegleitung unterstützt."

Nach dem Scheitern des bisherigen Modells der Partizipation Betroffener und im Zuge der Neuausrichtung wurde die alte Struktur des Betroffenenbeirates durch den Rat der EKD aufgelöst. Das neue Beteiligungsforum setzt sich aus Mitgliedern des ehemaligen Betroffenenbeirates, die in dieser neuen Form der Zusammenarbeit mitgestalten wollen, und Kirchenvertreter zusammen. Neben dem bisherigen Beauftragtenrat, der ebenfalls neu strukturiert wird, sind Kollegen der Fachebene aus den Landeskirchen sowie die Präses der Synode, die Diakonie Deutschland, der Bevollmächtigte des Rates und die Fachstelle Sexualisierte Gewalt der EKD eingebunden.

"Auf die kommende Zeit blicke ich mit viel Optimismus. Ich habe Vertrauen in das neue Modell, das in vielen Gesprächen mit Betroffenen und den Vertreter der Kirche entwickelt wurde", so der Sprecher des Beauftragtenrates, Landesbischof Christoph Meyns (Braunschweig). "Mit dieser neuen, deutlich anderen und weitergehenden Form der Beteiligung werden wir das gemeinsame Anliegen, sexualisierte Gewalt in der evangelischen Kirche und Diakonie bestmöglich aufzuarbeiten und zu verhindern, konsequent umsetzen." Detlev Zander aus dem ehemaligen Betroffenenbeirat: "Das neue Beteiligungsforum bietet die Chance, den notwendigen Weg der EKD in der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt bei jedem Schritt kritisch zu begleiten und die Perspektive Betroffener direkt einzubringen. Ich sehe darin einen Meilenstein in den Aufarbeitungsprozessen sexualisierter Gewalt in Deutschland."

Quelle: EKD - Evangelische Kirche in Deutschland (ots)

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