Direkt zum Inhalt Direkt zur Navigation
Sie sind hier: Startseite Nachrichten Vermischtes Bayer erwartet offenbar sinkende Nachfrage nach Antibabypillen

Bayer erwartet offenbar sinkende Nachfrage nach Antibabypillen

Archivmeldung vom 20.06.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 20.06.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Der Bayer-Konzern stellt sich offenbar auf eine sinkende Nachfrage nach Antibabypillen ein. Nach Informationen des Tagesspiegel am Sonntag aus unternehmensnahen Kreisen hat der Konzern nach sinkenden Absatzzahlen seine Erwartungen für dieses Jahr schon mehrfach nach unten korrigiert und auch die Produktion bereits heruntergefahren.

Statt wie bisher im Fünf-Schicht-Betrieb würden die Verhütungspillen im Berliner Stammwerk nur noch in drei Schichten produziert. Anders als im vergangenen Jahr werde jetzt an den Wochenenden nicht mehr produziert. Das solle einen mehrwöchigen Leerlauf in den letzten Wochen des Jahres verhindern.

Den Informationen zufolge will der Konzern in diesem Jahr jetzt nicht mehr - wie noch zu Beginn des Jahres - 240 Millionen Verpackungseinheiten in Berlin produzieren, sondern nur noch 180 Millionen, also ein Viertel weniger. Noch im vergangenen Jahr war das Unternehmen mit der Produktion seiner "Yaz"-Pille kaum hinterhergekommen, weil die Nachfrage vor allem in den USA   überraschend hoch war. Damals schoben die Mitarbeiter im Berliner Werk noch Sonderschichten.

Unternehmenssprecher Oliver Renner bestätigte auf Anfrage, dass in Berlin derzeit im Drei-Schicht-Betrieb gearbeitet wird. Es sei normal, dass es gelegentliche Spitzen gebe. Dass die Nachfrage gesunken sei, könne er aber ebensowenig bestätigen wie die Planungszahlen, sagte Renner. Aktuelle Zahlen werde Bayer mit dem Quartalsbericht Ende Juli vorlegen. Bayer-Schering-Chef Andreas Fibig hatte kürzlich im Tagesspiegel-Interview eingeräumt, dass der Preisdruck in der Pharmabranche zunehme. "Das bekommen auch wir zu spüren", sagte er.

Zudem sieht sich der Bayer-Konzern nach gravierenden Vorfällen in Zusammenhang mit der Einnahme seiner Antibabypille Yasmin offenbar mit Klagen konfrontiert. Unternehmenssprecher Renner wollte dies zwar nicht direkt kommentieren, sagte dem Tagesspiegel am Sonntag aber: "In den gegen uns geltend gemachten Ansprüchen gibt es keine Kausalität zwischen der Einnahme unseres Produkts und Thrombosen."   Betroffenen Frauen riet er, ihren Arzt zu konsultieren.

Seit dem Jahr 2000 hat es in Deutschland sieben Tote in Zusammenhang mit der Einnahme von Yasmin gegeben, wie das Bundesinstitut für Arzneimittel bestätigt hat. Zudem hatte das Schweizer TV-Magazin "10 vor 10" kürzlich über den Fall einer 16-Jährigen berichtet, die nach Einnahme der Pille eine schwere Lungenembolie erlitten hatte. Die junge Frau ist seitdem schwerstbehindert.

Quelle: Der Tagesspiegel

 

Anzeige: