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Staatsanwalt: Zwei Verdächtige im „Fall Lisa“- Anwalt empört über Medien-Hetze

Archivmeldung vom 26.01.2016

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 26.01.2016 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com  / pixelio.de
Bild: Gerd Altmann/Shapes:AllSilhouettes.com / pixelio.de

Im „Fall Lisa“ konzentrieren sich die Ermittlungen inzwischen auf zwei Verdächtige, schreibt die deutsche Ausgabe des russischen online Magazins "Sputnik". „Bei den beiden Beschuldigten handelt es sich um einen in Deutschland geboren türkisch-stämmigen Mann und einen Türken“, sagte Martin Steltner, Sprecher der Staatsanwaltschaft Berlin. Dabei betonte er: „Mit Flüchtlingen hat das nichts zu tun.“

Weiter heißt es auf der Webseite des Magazins: "Der „Fall Lisa“ beschäftigt die Polizei in Berlin seit etwa zwei Wochen. Das 13-jährige Mädchen aus Berlin-Marzahn war nach eigenen Angaben am 11. Januar von drei Männern, angeblich Flüchtlingen, entführt und vergewaltigt worden. Seit Ende vergangener Woche ist der Vorwurf der Vergewaltigung vom Tisch. Stattdessen ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen sexuellen Missbrauchs eines Kindes. Demnach steht fest, dass die 13-jährige Sex gehabt hat. Das ist nach deutschem Gesetz Missbrauch und damit eine Straftat. Unklar ist noch, wann es zu diesem Missbrauch gekommen ist. „Wir haben Hinweise auf Missbrauchstaten, die vor ihrem Verschwinden stattgefunden haben sollen“, sagte  Steltner.

Alexej Danckwarth, der Lisas Familie als Rechtsanwalt vertritt, zeigte sich von dieser Information überrascht: „Davon höre ich das erste Mal“, sagte der Anwalt im Sputniknews-Gespräch mit Matthias Witte. Allerdings geht Danckwarth davon aus, dass es in den 30 Stunden von Lisas Verschwinden zu Straftaten gekommen sei.

Zudem kritisiert der Jurist die Presse, vor allem die Printmedien scharf: „Sie stellen es so da, als sei Lisa überhaupt kein Tatopfer, sondern eine Lügnerin“.  Er sprach von geschmackloser Hetze: „So etwas habe ich bezüglich des Opfers eines sexuellen Kindesmissbrauchs noch nie erlebt“.

Laut Danckwarth leide die Familie sehr unter der Berichterstattung. Der Anwalt betont: „Das ist eine rechtschaffende Arbeiterfamilie, die sich kaum mit Politik beschäftigt hat, sondern vor allem mit der Erziehung der Kinder“.

Lisas Mutter hat laut Anwalt Steltner inzwischen sogar ihre Arbeitsstelle aufgegeben, um sich um ihre Tochter zu kümmern. Danckwarth zufolge befindet sich die Familie nach wie vor in Deutschland. Lisa wird von Medien und vor allem von sozialen Netzwerken ferngehalten. Unbekannte hätten sogar Lisas Facebook Account „gehackt“ und ein Foto des Mädchens ausgetauscht.

Die Staatsanwaltschaft  ermittelt inzwischen weiter. Das sei allerdings nicht einfach: „In den Vernehmungen hat uns das Mädchen insgesamt vier Versionen präsentiert, denen wir allesamt nachgehen“. Das wird dauern. Laut Staatsanwalt Steltner werden die Ermittler in den kommenden Tagen auch Kommentare aus den sozialen Netzwerken auswerten."

Quelle: Sputnik (Deutschland)

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