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Erste umfassende Studie: Schummeln an deutschen Unis weit verbreitet

Archivmeldung vom 14.08.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 14.08.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Claudia Hautumm / pixelio.de
Bild: Claudia Hautumm / pixelio.de

Schummeln gehört an der Uni zum Alltag. Dies zeigen die Zahlen einer neuen Studie, die das Studentenmagazin ZEIT CAMPUS in seiner aktuellen Ausgabe exklusiv vorab veröffentlicht. Erstmalig liegen damit empirische Daten zum Schummeln an deutschen Universitäten vor. Die Wissenschaftler fragten nicht nur nach Plagiaten, sondern unter anderem auch nach spicken, abschreiben und gefälschten Messergebnissen.

79 Prozent aller Studenten haben demnach innerhalb eines Semesters mindestens einmal geschummelt, knapp jeder fünfte hat mindestens ein Plagiat abgegeben. Erwischt wird kaum jemand: 94 Prozent der Plagiatoren bleiben unentdeckt. In Klausuren schreiben 37 Prozent vom Nachbarn ab, bei den Medizinern sind es sogar zwei Drittel. Ein herausragendes Schummelfach gibt es allerdings nicht. Ob und auf welche Art geschummelt wird, hängt vor allem von der Art der Prüfung ab.

Sebastian Sattler, Projektleiter der "Fairuse"-Studie, sagt zu den Ergebnissen: "Es wird viel Geld in die Bildung investiert - wenn Leute betrügen, ist das eine Fehlinvestition."

Die vorab in ZEIT CAMPUS veröffentlichten Ergebnisse liefern auch wichtige Erkenntnisse hinsichtlich einer stärkeren Prävention: Zufriedene Studenten schummeln seltener als unzufriedene. Diejenigen, die sich mit ihrem Fach und dessen Methoden auskennen, sind ehrlicher. Dass sich laut der "Fairuse"-Studie nur jeder dritte Student zutraut, sich gut oder sehr gut mit akademischen Methoden auszukennen, ist ein schlechtes Ergebnis für die Universitäten.

Soziologen der Universität Bielefeld und der Universität Würzburg führten die sogenannte "Fairuse"-Studie im Auftrag des Bundesbildungsministeriums durch. Zwischen 2009 und 2012 haben sie in mehreren Erhebungswellen zwischen 2000 und 6000 Studenten sowie rund 1.400 Dozenten anonym befragt. Die vollständige Publikation der Studie ist für September 2012 geplant.

Quelle: DIE ZEIT (ots)

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