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Hilfe für die Brummifahrer

Archivmeldung vom 09.05.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 09.05.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Student Lukas Behrendt (re.) beim Auslesen der automatisch erfassten Daten. Informatik-Student David
Quelle: Foto: FHE / Roland Hahn (idw)
Student Lukas Behrendt (re.) beim Auslesen der automatisch erfassten Daten. Informatik-Student David Quelle: Foto: FHE / Roland Hahn (idw)

Unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Elmar Pfannerstill (Verkehrs- und Transportwesen, Fachgebiet Verkehrstelematik) wurde Mitte dieser Woche ein System zur automatischen Ermittlung der Belegung von Lkw-Parkplätzen an Tank- und Rastanlagen getestet. Zur Kontrolle wurde von Studierenden des Studiengangs „Verkehr, Transport und Logistik“ für drei Tage eine Verkehrszählung an der Autobahnraststätte Eichelborn Süd an der BAB 4 bei Erfurt durchgeführt. Rund um die Uhr haben sie dabei im Schichtdienst LKW gezählt. Unterstützung für das Vorhaben gab es vom Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr. Begleitet wird das Projekt von einem Master-Studenten der Angewandten Informatik. David Dreßler ist Bachelor der Verkehrsinformatik und arbeitet an seiner Masterthesis.

Immer wieder ein Problem für LKW-Fahrer, besonders im Transitland Thüringen, ist die Auslastung der LKW-Parkplätze entlang der Autobahn. Zur Einhaltung der Lenkzeiten müssen die Brummifahrer nach bestimmten Zeiten einen Parkplatz ansteuern und sich einen Stellplatz suchen. Besonders in den Abend- und Nachtstunden sind die LKW-Parkplätze meistens voll ausgelastet. Weil bei vollem Parkplatz weitergefahren werden muss, besteht die Gefahr der streng bestraften Lenkzeitüberschreitung. Deshalb wäre es für die Fahrer von Vorteil, schon vor Erreichen eines Parkplatzes zu wissen, ob es dort freie Stellplätze gibt.

In Parkhäusern wird die Anzahl freier Stellplätze für PKW mit Induktionsschleifen ermittelt, doch das Verfahren ist fehlerhaft und angesichts breiter Ein- und Ausfahrten für Autobahnrastplätze nicht übertragbar. Die Verkehrszählung diente deshalb dem Test eines neuen Messverfahrens zur Erfassung von Fahrzeugzahlen ohne straßenseitige Infrastruktur. Im Kern geht es dabei um die Nutzung von Technik, die auf den mautpflichtigen LKW vorhanden ist, die sogen. OBU (On-Board-Unit), ein Mauterfassungssystem. Die Antenne dieser OBU im Fahrerhaus nutzen die Forscher, um mittels der jeweils konkret zugeordneten ID und via Infrarotabfragetechnik an Ein- und Ausfahrt der Parkplätze die zu zählenden LKW zahlenmäßig zu erfassen. Um die Zuverlässigkeit des automatisch arbeitenden Systems zu prüfen, waren die Studierenden rund um die Uhr vor Ort und führten regelmäßige Zählungen per Strichliste vor, getrennt nach Fahrzeugtypen in mautpflichtige, mautbefreite und sogar unberechtigt Parkende auf den LKW-Stellplätzen.

Nach ersten Erkenntnissen funktioniert das System und erfasst exakt die OBU-bestückten Fahrzeuge. Dass der Datenschutz eingehalten wird, ist den Forschern wichtig. Mit ihrem Verfahren lassen sich keine Rückschlüsse auf Fahrer oder Firma ziehen, es wird lediglich anonym als Zahl erfasst, dass ein Fahrzeug -kenntlich über die OBU-Antenne- in den Parkplatz einfährt und diesen wieder verlässt.

Momentan handelt es sich beim Erfurter Projekt um Vorversuche. Professor Pfannerstill hat ein Forschungsprojekt beantragt, das im Herbst 2015 starten könnte. In dessen Ergebnis soll ein Verfahren entstehen, mit dem die Parkplatzsuche für LKW entlang der Autobahnen „geordnete Bahnen“ findet und das den LKW-Fahrern die Sicherheit verschafft, Lenkzeiten wegen belegter Stellplätze nicht überschreiten zu müssen.

Quelle: Fachhochschule Erfurt (idw)

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