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Biogas kann Gaskrise mildern - doch diese Hürden verhindern es

Archivmeldung vom 08.12.2022

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 08.12.2022 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Mary Smith
Luftbild einer Biogasanlage
Luftbild einer Biogasanlage

Foto: Foto: Martina Nolte, Lizenz: Creative Commons by-sa-3.0 de
Lizenz: CC-BY-SA-3.0-de
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Biogas liefert einen wichtigen Beitrag zur Energiewende und kann die aktuelle Gaskrise mildern. Dennoch herrscht Depression in der Branche. Das liegt unter anderem an Unsicherheiten der politischen Rahmenbedingungen. "Die Gasimporte aus Russland lassen sich mit Biogas mittelfristig um bis zu 30 % und langfristig um bis zu 40 % ersetzen", sagt Manuel Maciejczyk vom Fachverband Biogas e.V. im VDI-Podcast.

Experten und Expertinnen gehen davon aus, dass sich knapp die Hälfte der durch Gaskraftwerke erzeugten Stromproduktion durch Biogas decken ließe. Insgesamt könnte sich der Anteil von aufbereitetem Biogas (Biomethan) am deutschen Gasmarkt von 1 % auf 3 % verdreifachen. Das darf natürlich nicht zulasten der Nahrungsmittelproduktion oder der Artenvielfalt gehen. Darüber sprechen die Hosts Marco Dadomo und Sarah Janczura mit Manuel Maciejczyk, Geschäftsführer des Fachverband Biogas e.V., im VDI-Podcast "Technik aufs Ohr". Maciejczyk vertritt zudem die Biogasbranche in diversen Normierungs- und Standardisierungsgremien auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene.

Gaskrise: Stimmung der Branche ist schlecht

Eigentlich dürfte die Biogasbranche guter Dinge sein. Das Umfeld für die Biogasbranche in Deutschland stimmt, ihr Produkt ist gefragt. Eine heimische Alternative zu importiertem Erdgas besteht. "Seit 1992 sind 10.000 neue Biogasanlagen hinzugekommen", so der Experte. Sie produzieren fast ausschließlich Strom und Wärme. Dennoch ist die Stimmung schlecht, wie Maciejczyk im VDI-Podcast berichtet. Er spricht sogar von einer "Depression", die es seit zehn Jahren nicht mehr gegeben habe. Grund dafür sind die Unsicherheiten der politischen Rahmenbedingungen. Wie sich der Ausbau von Biogasanlagen 2023 entwickelt, sei kaum vorhersehbar, da die Politik zu lange brauche, um die Bremsen für den Ausbau zu lösen. "Wir könnten mittelfristig 30 % - 40 % des russischen Gasimports ersetzen", führt er aus. Am schnellsten wäre eine Leistungserhöhung der schon bestehenden Biogasanlagen umsetzbar, sagt Maciejczyk. Ohne große technische Umrüstungen könnten sie ihre Produktion um 20 % erhöhen. Dafür müssten aber die Rahmenbedingungen der Politik passen und schnell neue Anlagen errichtet werden. "Als Verband und in der Branche sind wir dabei, Aufklärungsarbeit zu leisten und auf die Probleme hinzuweisen", sagt der Agraringenieur. Man habe zu Beginn der Energiekrise im Frühjahr die Fähigkeiten der Branche in Berlin angeboten, aber erst langsam tue sich was.

Zusätzlich verunsichert die Debatte um den Gaspreisdeckel die Betreiber. Diese seien oftmals schon in Vorleistung gegangen und sehen sich mit Unsicherheiten für die Erlössituation konfrontiert.

Gesetzliche Hürden

Bisher ist es gesetzlich verboten, dass Biogasanlagen mehr Energie produzieren. Es besteht eine Höchstbemessungsleistung, die mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz 2014 eingeführt wurde. Zum Hintergrund: Die Bundesregierung wollte sicherstellen, dass mehr Pflanzen zur Nahrungsmittelproduktion geerntet werden, als zur finanziell lukrativen Energiegewinnung.

Nun befindet sich Deutschland in einer Energiekrise und die Biogas-Branche fordert, dass diese Bestimmungen gelockert werden.

In der VDI 4631 werden Gütekriterien für Biogasanlagen beschrieben. VDI 3896 umfasst die Emissionsminderung bei der Aufbereitung von Biogas auf Erdgasqualität.

Quelle: VDI Verein Deutscher Ingenieure e.V. (ots)

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