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Deutsche Bischofskonferenz veröffentlicht Zahlen zur katholischen Flüchtlingshilfe im Jahr 2020

Archivmeldung vom 17.06.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 17.06.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Sanjo Babić
Bild: Deutsche Bischofskonferenz Fotograf: Joern Neumann
Bild: Deutsche Bischofskonferenz Fotograf: Joern Neumann

Anlässlich des internationalen Weltflüchtlingstages der Vereinten Nationen am 20. Juni 2021 macht der kommissarische Vorsitzende der Migrationskommission der Deutschen Bischofskonferenz, Weihbischof Dr. Dominicus Meier OSB (Paderborn), auf die schwierige Situation schutzsuchender Menschen in Pandemiezeiten aufmerksam: "Die Erfahrungen in der kirchlichen Flüchtlingshilfe zeigen, dass Schutzsuchende in besonderer Weise von den Auswirkungen der Pandemie betroffen sind."

Weihbischof Meier erinnert daran, dass Geflüchtete in großen Aufnahmeeinrichtungen weltweit einem erhöhten Infektionsrisiko ausgesetzt seien. Zudem habe sich infolge der Pandemie die soziale Lage in vielen Herkunftsländern und Erstaufnahmestaaten weiter zugespitzt. Hinzu kämen Belastungen aufgrund von Reisebeschränkungen: "In der Corona-Krise wurden die Zugangswege nach Deutschland und Europa stark eingeschränkt. Die Aufnahme von besonders verletzlichen Flüchtlingen über internationale Programme (vor allem Resettlement) findet kaum noch statt. Und auch das Recht auf Familienzusammenführung wurde durch die Pandemie arg in Mitleidenschaft gezogen. Es ist ein Gebot der Stunde, rasch wieder sichere Zugangswege zu eröffnen."

Als weiteres Handlungsfeld nennt Weihbischof Meier die Integration von Flüchtlingen: "Die Pandemie hat geflüchteten Menschen zusätzliche Steine in den Weg zu gesellschaftlicher Teilhabe gelegt." Die Herausforderungen in den Bereichen Sprache, Bildung, Arbeit und soziales Miteinander müssten dringend angegangen werden. "In Zeiten der globalen Pandemie ist die Unterstützung von Flüchtlingen wichtiger denn je. Die Pandemie darf nicht zu einer Krise der Solidarität mit Schutzsuchenden werden", so Weihbischof Meier.

In diesem Zusammenhang betont der kommissarische Vorsitzende der Migrationskommission auch die Bedeutung der kirchlichen Flüchtlingsarbeit: "Das Engagement der Diözesen, der kirchlichen Wohlfahrtsverbände und Hilfswerke ist gerade in Krisenzeiten von unschätzbarem Wert." An den heute veröffentlichten Zahlen zur katholischen Flüchtlingshilfe im Jahr 2020 lasse sich eine starke Kontinuität der Solidarität mit Geflüchteten ablesen. "Das beharrliche Engagement der vielen Haupt- und Ehrenamtlichen in der kirchlichen Flüchtlingshilfe macht unsere Gesellschaft menschlicher und ist ein gelebtes Zeichen christlicher Nächstenliebe. Dafür bin ich dankbar." Es gelte, diese Arbeit - auch unter sich verändernden Rahmenbedingungen - fortzusetzen und weiterzuentwickeln. "Bestärkt wissen wir uns dabei durch Papst Franziskus, der uns dazu aufruft, uns 'auf den Weg zu einem immer größeren Wir zu begeben und die Menschheitsfamilie wieder neu zusammenzubringen'. Das Ziel ist eine Gesellschaft, in der 'niemand außen vor bleibt'", wie Weihbischof Meier mit Verweis auf die Botschaft des Papstes zum 107. Welttag des Migranten und Flüchtlings ausführt.

Die 27 (Erz-)Diözesen und die kirchlichen Hilfswerke haben im Jahr 2020 rund 123,9 Millionen Euro für die Flüchtlingsarbeit im In- und Ausland ausgegeben: 86,1 Millionen Euro für internationale Projekte und ca. 37,8 Millionen für Aktivitäten im Inland. Trotz coronabedingter Hürden waren auch im Jahr 2020 rund 34.700 Ehrenamtliche in der kirchlichen Flüchtlingshilfe tätig; die Zahl der Hauptamtlichen lag bei etwa 4.400 Personen. Zu den zentralen Handlungsfeldern gehörten 2020 erneut die Begleitung von Schutzsuchenden in ihren verschiedenen Lebenslagen, die Förderung der Integration, die Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements und die Familienzusammenführung. Insgesamt erreichte die katholische Flüchtlingshilfe im Inland vergangenes Jahr mindestens 154.000 Schutzsuchende.

Quelle: Deutsche Bischofskonferenz (ots)


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