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Rotes Kreuz verliert viel Geld durch Finanzgeschäfte

Archivmeldung vom 21.12.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 21.12.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: de.wikipedia.org
Bild: de.wikipedia.org

Das Internationale Rote Kreuz hat in den vergangenen Jahren durch riskante Finanzgeschäfte mehrere Millionen verloren. Wie das Hamburger Magazin stern in seiner neuen, am Mittwoch erscheinenden Ausgabe berichtet, gingen die Verluste auf das Konto der auch vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) mitgetragenen Internationalen Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmond-Gesellschaften (IFRC) in Genf. So verlor die IFRC allein im Krisenjahr 2008 mit Aktienfonds mehr als 13 Millionen Schweizer Franken, nach heutigem Kurs zehn Millionen Euro. Die Föderation verwies gegenüber dem stern darauf, dass solche Investments im Einklang mit ihren eigenen Regeln stünden.

Das DRK, das mit jährlich etwa zwei Millionen Euro der drittgrößte Beitragszahler der IFRC ist, versicherte dem stern, dass DRK-Gelder nicht betroffen seien. Der DRK-Jahresbeitrag fließe nämlich in den so genannten Kernhaushalt der Dachgesellschaft, der "auf jährliche vollständige Verausgabung angelegt" sei. Überdies habe man die Überweisungen an die Genfer Föderation nicht aus Spenden erwirtschaftet, sondern aus Beiträgen der eigenen Mitglieder. Die IFRC widersprach gegenüber dem Magazin der Darstellung, dass Mitgliedsbeiträge der nationalen Rotkreuz-Gesellschaften nicht in Finanzinvestments gelenkt würden. Diese seien vielmehr eine der zwei Hauptquellen der Investments wie im Fall der Aktienfonds. Die Föderation hatte diese Wertpapiere im Ursprungswert von 30 Millionen Franken erst im August 2007 gekauft. Bereits Ende 2007 hatte ihr Wert um mehr als eine Million Franken abgenommen. Bis Ende 2009 hatten die Wertpapiere nach Angaben der IFRC erst einen kleineren Teil der Verluste wieder gutgemacht.

Wenig Glück hatten Fondsmanager im Auftrag der IFRC auch mit einem Investment von 100 Millionen Frank im September 2005. Die Summe war für die Tsunami-Hilfe gedacht, wurde aber nicht unmittelbar gebraucht. Die Rot-Kreuz-Föderation steckte sie darum in den "Libor Plus Fonds" der Investmentfirma Wellington Management International (WMI). Im Juli 2006 stieg die IFRC wieder aus, weil sich herausgestellt hatte, dass das Geld auf Schweizer Sparkonten mehr Zinsen abgeworfen hätte.

Quelle: stern

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