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"Hürriyet"-Chefredakteur gelassen im Streit um NSU-Prozess

Archivmeldung vom 09.04.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 09.04.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Gebäude von Hürriyet in Istanbul. Bild:  Ra Boe - wikimedia.org
Gebäude von Hürriyet in Istanbul. Bild: Ra Boe - wikimedia.org

Der Chefredakteur der türkischen Tageszeitung "Hürriyet" zeigt sich im Fall des umstrittenen Akkreditierungsverfahrens beim Münchner NSU-Prozess gelassen. "Die Solidarität der deutschen Presse bedeutet mir gerade bei dieser Sache mehr als unsere persönliche Anwesenheit im Gerichtssaal", so Enis Berberoglu (57), im Interview mit der "Welt".

Seine Zeitung werde eine Verfassungsklage gegen die Platzvergabe, wie sie die türkische Tageszeitung "Sabah" am Montag eingereicht hat, erst prüfen: "Wir überlegen es uns. Wir wollen erst die Erfolgsaussichten prüfen." Es gebe "Wichtigeres, als im Saal zu sitzen: Es geht darum, Solidarität mit den Opfern zu zeigen. Mich beeindruckt es sehr, mit welcher Ernsthaftigkeit die deutsche Presse versucht, die Hintergründe dieser Morde aufzudecken."

Berberoglu weiter: "Natürlich wären wir gerne im Gerichtssaal dabei. Aber es handelt sich hier nicht um einen `türkischen Fall`. Ja, die Opfer sind Türken, aber es ist ein rassistisches Verbrechen, das überall hätte passieren können, und das von der gesamten Öffentlichkeit verurteilt werden sollte und verurteilt wird."

Im März hatte der Dogan Konzern, dem die "Hürriyet" gehört, die Schließung des Frankfurter Büros beschlossen, wo die Europa-Ausgabe der "Hürriyet" bisher produziert wurde. Berberoglu, der seit 2010 Chefredakteur der "Hürriyet" in Istanbul ist, zur Schließung: "Mit einem Rückzug aus dem deutschen Markt hat das nichts zu tun. Wir rüsten uns nur für die Zukunft - dass die Medienbranche sich verändert, ist schließlich kein Geheimnis und gilt für die Türkei genauso wie für alle Länder. Bis auf vier bis sechs Seiten, die aus Frankfurt kamen, wurde auch die in Deutschland vertriebene "Hürriyet" schon immer in Istanbul produziert. Unsere Büros in München, Berlin, Köln und Hamburg bleiben, unsere acht Korrespondenten bleiben." Während die ältere Generation der Migranten sich noch für Nachrichten aus der Heimat interessiert habe, würden junge Menschen mit Migrationshintergrund deutschsprachige Medien nutzen: "Nachrichten über Deutschland holen sich die Türken in Deutschland aus dem Fernsehen."

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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