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Mehrheit der Ostdeutschen empfindet Gesellschaft als ungerecht

Archivmeldung vom 06.11.2009

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 06.11.2009 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Vorteile der Wiedervereinigung überwiegen, laut einer Umfrage, bei den Menschen. Aber, die Mehrheit der Ostdeutschen empfindet die jetzige Gesellschaft als ungerecht und 40 Prozent der Ostdeutschen sehen die DDR nicht als Unrechtsstaat an, so das Ergebnis.

58 Prozent der Deutschen sind im aktuellen ARD-DeutschlandTrend der Meinung, dass die Deutsche Einheit eher Vor- als Nachteile gebracht hat. Diese Zahl ist in Ost und West identisch. In Gesamtdeutschland finden 28 Prozent, in der Entwicklung seit der Wiedervereinigung überwögen die Nachteile. Im Westen sind 30 Prozent dieser Meinung, im Osten 23 Prozent.

Trotzdem finden fast zwei Drittel (64 Prozent) der Ostdeutschen, dass die deutsche Gesellschaft seit der Wiedervereinigung ungerechter geworden ist. Das sind deutlich mehr als im Westen (43 Prozent). Nur 21 Prozent der Ostdeutschen sagen, die Gesellschaft sei seit 1989 gerechter geworden. Unter den Westdeutschen sind es 29 Prozent. Deutschlandweit ist rund die Hälfte (48 Prozent) der Befragten der Meinung, in Deutschland gehe es seit der Wende ungerechter zu, 27 Prozent finden, die Gesellschaft sei seither gerechter geworden.

Mehr Ost- als Westdeutsche fühlen sich persönlich als Gewinner der Wiedervereinigung. Während sich im Osten mehr als die Hälfte (56 Prozent) der Menschen als Gewinner der Einheit sehen, tun dies im Westen 14 Prozentpunkte weniger (42 Prozent). Bei den Deutschen, die sich als Verlierer der Wiedervereinigung empfinden, liegen Ost- (24 Prozent) und Westdeutsche (22 Prozent) dicht beieinander. Weder als Gewinner noch als Verlierer der Einheit fühlen sich im Osten 17 Prozent, im Westen 30 Prozent der Menschen.

20 Jahre nach dem Mauerfall finden 40 Prozent der Ostdeutschen, die DDR war kein Unrechtsstaat. Im Westen sind nur 14 Prozent dieser Meinung (Gesamtdeutschland: 19 Prozent). Deutschlandweit sind fast drei Viertel der Deutschen (72 Prozent) der Meinung, dass die DDR ein Unrechtsstaat war. Im Westen finden dies sogar 78 Prozent, im Osten stimmt nur rund die Hälfte der Menschen (51 Prozent) zu.

Datenbasis: Wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland ab 18 Jahren - Fallzahl: 1.000 Befragte - Erhebungszeitraum: 02. November bis 03. November 2009 - Erhebungsverfahren: Computergestützte Telefoninterviews (CATI) - Stichprobe: Repräsentative Zufallsauswahl/Randomstichprobe - Fehlertoleranz: 1,4* bis 3,1** Prozentpunkte * bei einem Anteilswert von 5%; ** bei einem Anteilswert von 50%

Quelle: ARD-DeutschlandTrend

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