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3. bundesweiter "Blitzer-Marathon" am 16.04. - Was bringt er wirklich?

Archivmeldung vom 13.04.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.04.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Uwe Steinbrich / pixelio.de
Bild: Uwe Steinbrich / pixelio.de

"Fuß vom Gas" heißt es morgen / heute / am Donnerstag, dem 16.04. für alle Autofahrer. Da findet von 6 bis 24 Uhr bundesweit der dritte Blitzer-Marathon statt. Wo genau geblitzt wird, geben die zuständigen Polizeibehörden in der Regel schon vorher bekannt, denn bei der Aktion sollen die Gefahren des Rasens im Mittelpunkt stehen. Ein hehres Ziel, schließlich gab es im letzten Jahr in Deutschland rund 3350 Verkehrstote. Fragt sich nur, ob notorische Temposünder sich durch solche Aktionen wirklich belehren lassen?

Für den Leiter der Unfallforschung der Versicherer, Siegfried Brockmann , ist die Sache klar. Er glaubt nicht daran, dass sich notorische Raser durch den Blitzer-Marathon überzeugen lassen und ihre Fahrweise ändern.

Siegfried Brockmann: "Die fühlen sich sowieso notorisch verfolgt von der Polizei. Bei denen wird dieses Wegelagerertum, wie die es nennen, eher ja noch verstärkt und vielleicht damit sogar eine krasse Antihaltung erzeugt - und insofern glaube ich nicht, dass wir die überhaupt erreichen können. Es ist im Gegenteil ja so, dass der notorische Raser am Tag nach dem Blitz-Marathon wieder völlig befreit aufdreht."

Diskussionsbedarf sieht er auch beim Ziel des Blitzer-Marathons, der ja vor allen Dingen auf überhöhte Geschwindigkeit als Hauptunfallursache aufmerksam machen will.

Siegfried Brockmann: "Und dann muss man leider sagen, dass in der Statistik die überhöhte Geschwindigkeit ja überhaupt keine Rolle spielt, sondern die sogenannte nicht angepasste Geschwindigkeit. Und das kann bedeuten, dass ich auch mit 50 in der Stadt viel, viel zu schnell sein kann, beispielsweise wenn ein Kind an der Straße steht und mir dann ins Auto läuft. Und das heißt, ich muss eigentlich die Verkehrsteilnehmer dazu erziehen und dazu bringen, situationsgerecht zu fahren und nicht einfach nur das stur zu fahren, was dort erlaubt ist."

Dafür müsse man allerdings anders an die Sache herangehen, so Brockmann weiter.

Siegfried Brockmann: "Wir müssten eigentlich dazu kommen, dass wir das Thema Geschwindigkeit dann tatsächlich auch mit einer breit angelegten Kampagne unterstützen. Und dann vor allen Dingen darauf hinweisen, dass der Kraftfahrer immer auch eine Verantwortung hat, weil er halt einen Gegenstand fährt, der ziemlich viel Masse und ziemlich große Geschwindigkeit hat, für die Situation und dann eben auch angepasst fahren muss - und das leistet der Blitz-Marathon zur Zeit aus meiner Sicht nicht."

Mehr zum Thema finden Sie auch im Internet auf der Seite der Unfallforschung der Versicherer unter Verkehrssicherheit.org.

Quelle: GDV - Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. (ots)

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