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Bioplastik-Produkte im Check: Deutsche Umwelthilfe entlarvt Werbeaussagen wie kompostierbar und plastikfrei als Greenwashing und fordert Steffi Lemke zum Einschreiten auf

Archivmeldung vom 31.01.2023

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 31.01.2023 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Mary Smith
Steffi Lemke Bild: www.stefan-pangritz.de - wikipedia.org
Steffi Lemke Bild: www.stefan-pangritz.de - wikipedia.org

Viele Handelsunternehmen und Markenhersteller - darunter Edeka, Kaufland, Lidl, Dallmayr, Nestlé und Pampers - führen Verbraucherinnen und Verbraucher mit zweifelhaften Werbeslogans zu Einweg-Produkten aus Bioplastik in die Irre und hintertreiben echten Klima- und Umweltschutz. Dies ist das Ergebnis einer Untersuchung der Deutschen Umwelthilfe (DUH). Dabei hat die Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation Werbeversprechen zur Umweltverträglichkeit und Entsorgung von insgesamt 29 Bioplastik-Produkten unter die Lupe genommen, angefangen von Kaffee- und Teekapseln über Take-Away- sowie Lebensmittelverpackungen bis hin zu Hygieneprodukten und sogar Schuhen.

DUH-Bundesgeschäftsführerin Barbara Metz: "Bioplastik boomt im Supermarktregal, der Drogerie oder im To-go-Bereich. Viele Menschen greifen bewusst zu Bioplastik-Produkten in der Hoffnung, so Umwelt und Klima zu schonen. Aufdrucke wie 'umweltfreundlich', 'kompostierbar' oder 'plastikfrei' klingen zwar vielversprechend, doch der grüne Schein täuscht! Oft handelt es sich um Einweg-Produkte, die entweder komplett unnötig sind oder für die es längst umweltfreundlichere Mehrwegalternativen gibt. Die Entsorgung von nahezu allen Bioplastik-Produkten in der Biotonne ist aus gutem Grund verboten: Ein von uns Ende letzten Jahres durchgeführtes Experiment in einer repräsentativen industriellen Kompostierungsanlage hat gezeigt, dass als 'kompostierbar' beworbene Produkte sich nur teilweise oder gar nicht zersetzen und den Kompost mit Plastikresten verunreinigen können. Bioplastik löst keine Probleme, sondern schafft neue. Deshalb fordern wir Verbraucherschutzministerin Lemke auf, ein Werbeverbot zur Kompostierbarkeit von Bioplastik-Verpackungen und -Produkten einzuführen. Dadurch würde der von der Industrie am häufigsten verwendeten Bioplastik-Werbelüge ein Riegel vorgeschoben!"

Nach Einschätzung der DUH setzen Handelsunternehmen vor allem auf Bioplastik, um unter einem grünen Deckmantel mit dem massenhaften Verkauf von unnötigen Wegwerfverpackungen und kurzlebigen Einweg-Produkten weiterzumachen. Doch ebenso wenig wie die vermeintliche Kompostierbarkeit von Bioplastik-Verpackungen und -Produkten ist deren Herstellung aus nachwachsenden Rohstoffen eine umweltfreundliche Lösung. Häufig werden zur Produktion von "pflanzenbasiertem" Bioplastik Nutzpflanzen aus landwirtschaftlichen Monokulturen verwendet.

"Für Wegwerfprodukte aus Plastik schwindet zunehmend die Akzeptanz bei Verbraucherinnen und Verbrauchern. Viele Hersteller tauschen deshalb ihre fossil basierten Kunststoffverpackungen und -produkte gegen solche aus Bioplastik aus und bewerben diese als 'pflanzenbasiert' oder gar 'plastikfrei'. Das betrifft beispielsweise völlig unnötige Tomatenverpackungen bei Kaufland oder Einweg-Windeln von Marktführer Pampers. Chemisch gilt jedoch: Bioplastik bleibt Plastik. Zudem fällt kein Gramm weniger Abfall an. Umweltbewusste Verbraucherinnen und Verbraucher sollten sich nicht an der Nase herum führen lassen und stattdessen möglichst Abfälle vermeiden und Mehrwegalternativen verwenden", sagt der DUH-Leiter für Kreislaufwirtschaft Thomas Fischer.

Um das Greenwashing mit Bioplastik zu stoppen, hat die DUH bereits eine Protestmail-Aktion an Umwelt- und Verbraucherschutzministerin Steffi Lemke gestartet. Bürgerinnen und Bürger können unter www.duh.de/bioplastik-werbeluege mitmachen und den Druck für ein Werbeverbot zur Kompostierbarkeit von Bioplastik erhöhen. Außerdem setzt die DUH sich für echte Lösungen gegen die Plastikflut ein, allen voran Maßnahmen zur Abfallvermeidung und Mehrwegsysteme für Verpackungen.

Quelle: Deutsche Umwelthilfe e.V. (ots)

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