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Bericht: Jede vierte Kneipe musste seit 2001 schließen

Archivmeldung vom 10.04.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 10.04.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Klaus Biedermann / pixelio.de
Bild: Klaus Biedermann / pixelio.de

Seit 2001 musste in Deutschland jede vierte klassisch getränkeorientierte Gaststätte schließen. Das geht aus Zahlen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden und Berechnungen der "Welt am Sonntag" (8. April) hervor. Demnach sank die Zahl der Schankwirtschaften bundesweit seit 2001 von fast 48.000 auf 36.000 im Jahr 2010. Besonders stark betroffen waren die Länder Hamburg (-48,1 Prozent) und Niedersachsen (-41,2 Prozent), lediglich in Berlin (+95,8 Prozent) und Baden-Württemberg (+15,3 Prozent) stieg die Zahl der Kneipen in dem Zeitraum.

Politiker und Wissenschaftler warnen vor den gesellschaftlichen Auswirkungen dieser Entwicklung. "Mit dem Wirtshaus verschwindet eine Einrichtung mit hohem sozialen und kulturellen Stellenwert aus den Gemeinden", sagte Florian Kohnle vom Lehrstuhl für Kulturgeografie der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt der Zeitung. In rund 500 von 2.200 bayerischen Gemeinden gebe es mittlerweile überhaupt keine Gaststätte mehr. Die Ursachen seien vielfältig: "Bevölkerungsrückgang auf dem Land, Mobilitätszuwachs, Veränderungen von Arbeitswelt und Freizeitverhalten und die Konkurrenz durch Vereinsheime", sagt Kohnle.

Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin des Hotel- und Gaststättenverbands, beklagt diese "Wettbewerbsverzerrung": In vielen Vereinsheimen herrsche inzwischen ein beinahe professioneller Barbetrieb - unversteuert und ohne behördliche Auflagen. "Wo es einen laufenden gastronomischen Betrieb in festen Räumlichkeiten gibt, sollen die Vereine bitte auch eine Konzession beantragen", fordert sie.

Mehrere Bundesländer versuchen, Dorfkneipen per Gesetz zu fördern. So hat Sachsen im vergangenen Jahr ein neues Gaststättengesetz verabschiedet, das Vereinsheime und Feuerwehrhäuser rechtlich mit Kneipen gleichstellt, wenn sie auch an Nichtmitglieder ausschenken. Auch im Landtag von Sachsen-Anhalt bereitet eine Arbeitsgruppe ein solches Gesetz vor. "Durch Vereinsheime und Gemeindehäuser ist eine Konkurrenz für die kleinen Gasthöfe entstanden, oft auf Steuerzahlerkosten", sagt Frank Scheurell, verkehrspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, dem Blatt. In Sachsen-Anhalt ist die Zahl der Schankwirtschaften binnen zehn Jahren um 27,8, in Sachsen sogar um 33,4 Prozent gesunken.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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