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Ermittler suchen deutschlandweit falsche Doktoren

Archivmeldung vom 09.09.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 09.09.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
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Die Staatsanwaltschaft Osnabrück sucht derzeit deutschlandweit nach Trägern falscher Doktortitel. Wie das Radioprogramm NDR Info berichtet, stehen die Ermittlungen im Zusammenhang mit einem Verfahren gegen einen Geschäftsmann aus Osnabrück, der im Verdacht steht, schon seit 2002 einen schwunghaften Handel mit gefälschten Doktorurkunden der Technischen Universität Warschau betrieben zu haben. Die Ermittler überprüfen nach eigenen Angaben derzeit 70 Personen, die einer vom Beschuldigten geführten Schweizer Firma für die falschen Titel jeweils bis zu 15.000 Euro überwiesen haben. Gegen den Osnabrücker wird nach Angaben eines Sprechers der Staatsanwaltschaft wegen Anstiftung zum Titelmissbrauch, Betrug und Steuerhinterziehung ermittelt.

Nach Recherchen von NDR Info steht der 64-jährige Kaufmann offenbar auch hinter der so genannten Yorkshire University, über die im Zusammenhang mit Titelmissbrauch in den vergangenen Jahren immer wieder berichtet worden war. Zahlreiche Deutsche, die falsche Ehrendoktortitel geführt hatten, kamen deshalb vor Gericht und wurden zu Geldstrafen verurteilt, darunter ein CDU-Kommunalpolitiker aus Thüringen, der Leiter einer Hilfsorganisation sowie der Ärztliche Direktor einer privaten Zahnklinik in Hannover. In letzterem Fall ist das Urteil noch nicht rechtskräftig.

Bisher war man davon ausgegangen, dass die Yorkshire University ihren Sitz auf den Britischen Jungferninseln habe und von dort aus unrechtmäßig Titel vergebe. Den Recherchen zufolge wurden die Urkunden jedoch offenbar in Osnabrück produziert und auch von dort verschickt. Die Regierung des Karibikgebietes teilte in einem Schreiben an NDR Info mit, dass es auf den Britischen Jungferninseln eine solche Einrichtung gar nicht gebe. Man werde nun Ermittlungen in dieser Angelegenheit aufnehmen.

Der Osnabrücker Geschäftsmann ließ seinen Anwalt erklären, dass er während der strafrechtlichen Ermittlungen "keinerlei Auskünfte in Bezug auf den Inhalt des Ermittlungsverfahrens sowie hinsichtlich etwaiger Hintergründe" abgeben werde.

Die von ihm mutmaßlich vertriebenen Titel waren in Massen-E-Mails und Faxen beworben worden. Nach Recherchen von NDR Info gibt es noch immer mehrere Personen, die einen Ehrendoktortitel der Yorkshire University führen und teilweise damit auch im Internet werben. Keiner der Titelträger wollte sich auf Anfrage des Norddeutschen Rundfunks äußern.

Quelle: NDR Norddeutscher Rundfunk (ots)

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