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Suchtmediziner: Kokain wird systematisch unterschätzt

Archivmeldung vom 26.06.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 26.06.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Kokain: Ohne dieses Mittel können beipsielsweise Politiker, Ärzte, Studenten und Manager nicht ihre Leistung bringen (Symbolbild).
Kokain: Ohne dieses Mittel können beipsielsweise Politiker, Ärzte, Studenten und Manager nicht ihre Leistung bringen (Symbolbild).

Bild: D. Braun / pixelio.de

Peter Hans Hauptmann, Leiter des Hamburger Heinrich-Sengelmann-Krankenhauses, warnt davor, die Folgen von Kokainkonsum zu verharmlosen. "Die Gesundheitsschäden, die Kokain verursacht, werden systematisch unterschätzt", sagte er der "Zeit" (Hamburg-Seiten).

Seit 2014 haben sich die Klinik-Behandlungen in Hamburg wegen eines "Abhängigkeitssyndroms" bei Kokain nahezu verdoppelt, auf 320 Fälle im Jahr 2017. Die Entwicklung könnte auch damit zusammenhängen, dass der Stoff immer reiner werde. "Leider steigert so purer Stoff die Wahrscheinlichkeit, süchtig zu werden", sagte Hauptmann. "Und er steigert die Geschwindigkeit, mit der aus einem Partyspaß Selbstzerstörung wird."

Der Handel mit Kokain und der Konsum der Drogen haben in Hamburg allem Anschein nach in den vergangenen Jahren nach stark zugenommen. Die Ermittler des Zollfahndungsteams stellen in Hamburg und Bremerhaven immer häufiger große Mengen Kokain sicher. Allein 2017 waren es knapp 6,2 Tonnen, ein Anstieg um 107 Prozent in nur drei Jahren. Die "Zeit" hatte Einblick in Patientendaten der Krankenhäuser und in Studien über Untersuchungen an liegen gebliebenen Spritzen. Alle Informationen weisen demnach in dieselbe Richtung: Noch nie gab es so viel Kokain in der Stadt. Noch nie war es so leicht zu bekommen.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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