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Entschädigung der Opfer des Luftangriffs von Kundus hat bereits begonnen

Archivmeldung vom 19.04.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.04.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Bundeswehr/Stollberg/Martin Stollberg
Bild: Bundeswehr/Stollberg/Martin Stollberg

Die ersten zehn Opferfamilien des Luftangriffs von Kundus im vergangenen September werden nun entschädigt - allerdings nicht von der Bundesregierung, sondern aus einem US-Fonds. Das berichtet der Weser-Kurier (Bremen) in seiner heutigen Ausgabe.

Offenbar haben internationale Organisationen einen Weg zwischen direkten Geldleistungen und einer indirekten Entschädigung über Entwicklungsprojekte gefunden: Die Opferfamilien erhalten über einen längeren Zeitraum individuell angepasste Hilfen, aber kein Bargeld. Abgewickelt wird das Programm von der International Organization for Migration (IOM). Die hat in einer eigenen Felduntersuchung 62 Familien ermittelt, die durch den Luftangriff am 4. September zivile Opfer zu beklagen hatten. 23 weitere Familien, die das behaupten, werden von der IOM noch überprüft. Die Umstände der Abwicklung legen nahe, dass in Afghanistan  der Informationsaustausch zwischen Bundeswehr und deutscher Botschaft nicht immer funktioniert. Dass sich die IOM hochprofessionell mit derartigen Problemen befasst, hat die Bundeswehr nach dem Luftangriff offenbar für sich behalten: In der deutschen Botschaft in Kabul erfuhr man davon erst jetzt durch die aktuelle Vorort-Recherche der Bremer Bundestagsabgeordneten Marieluise Beck (Grüne), die seit einer Woche das Land bereist.

Quelle: Weser-Kurier

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