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Bericht: Justiz klärt Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte kaum auf

Archivmeldung vom 03.12.2015

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 03.12.2015 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: Florentine / pixelio.de
Bild: Florentine / pixelio.de

Politisch motivierte Anschläge auf Flüchtlingsunterkünfte werden von der deutschen Justiz kaum aufgeklärt. "Zeit Online" und "Die Zeit" haben alle 222 fremdenfeindlichen Angriffe auf Unterkünfte zwischen dem 1. Januar und dem 30. November nachrecherchiert, bei denen Menschen zu Schaden kamen oder zu Schaden hätten kommen können. Nur in zwölf Fällen der schweren Attacken wurden ein oder mehrere Täter angeklagt. Das sind lediglich fünf Prozent aller Fälle. Nur in bislang vier Fällen wurde jemand verurteilt.

Bei den Angriffen auf Unterkünfte handelt es sich um 93 Brandanschläge, 93 Sachbeschädigungen, acht Wasserschäden. Hinzu kamen 28 tätliche Angriffe. Die Übergriffe verteilen sich auf das gesamte Bundesgebiet. Die Aufklärung gelingt im Westen nicht häufiger als im Osten. In Baden-Württemberg zum Beispiel wurde noch kein einziger schwerer Angriff auf eine Flüchtlingsunterkunft aus diesem Jahr aufgeklärt.

Insgesamt führt Sachsen die Liste mit 64 Angriffen an, darunter sind 18 Brandstiftungen in Asylunterkünften. Es folgt Nordrhein-Westfalen mit 21 Fällen (14 Brandanschläge). In Berlin waren es 20 (4), in Baden-Württemberg 17 (7), in Mecklenburg-Vorpommern 16 (5), in Sachsen-Anhalt 15 (7). In Bayern und Brandenburg waren jeweils sieben Unterkünfte das Ziel von Brandanschlägen.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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