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Studie: Immer mehr "Schulfrust" bei Schülern und Eltern

Archivmeldung vom 25.02.2013

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 25.02.2013 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Bild: knipseline / pixelio.de
Bild: knipseline / pixelio.de

Der Schulfrust wächst rapide, unter dem Leistungsdruck leiden nicht nur Schüler, sondern auch immer mehr ganze Familien in Deutschland: Zu diesem alarmierenden Befund kommt eine Studie, die im Auftrag des Bundesfamilienministeriums und der Konrad-Adenauer-Stiftung erstellt wurde und die der "Welt am Sonntag" vorliegt.

Drei Viertel der Eltern wünschen sich demnach, dass ihre Kinder Abitur machen - und leiden offenbar stark unter der Verkürzung der Gymnasialzeit. Vor allem Mütter sehen sich wegen des hohen Lernpensums immer stärker in der Rolle einer "Hilfslehrerin", heißt es in der Studie.

Nicht wenige Frauen gehen auf Teilzeit im Beruf oder bleiben ganz zu Hause, um ihren Kindern in der Schule zu helfen. Eine Entwicklung, die auch von Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt kritisch gesehen wird, weil der Wirtschaft weibliche Fachkräfte abhanden kommen. Neben mehr Kita-Plätzen fordert Hundt mehr Ganztagsschulen in Deutschland, "um Eltern bei der Kinderbetreuung zu unterstützen und die Beschäftigungschancen insbesondere der Frauen zu verbessern" wie er der "Welt am Sonntag" sagte.

Auch Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) sieht die Entwicklung mit Sorge. Viele Eltern hätten das Gefühl, dass ihre Kinder "einfach nur Kind sein können, sondern dass alles schon bei den Kleinsten immer `höher, schneller, weiter` gehen muss".

Schröder plädierte im Gespräch mit der "Welt am Sonntag" für mehr Wahlmöglichkeiten von Eltern und Schülern auf dem Weg zum Abitur, etwa zwischen den acht- und neunjährigen Wegen G8 und G9. Dies böte die Chance, "besser auf die Bedürfnisse und Fähigkeiten der Kinder, aber auch auf die Lebenssituation der Eltern einzugehen", sagte Schröder.

Löhrmann rät Eltern zu mehr Gelassenheit

Die nordrhein-westfälische Schulministerin Sylvia Löhrmann (Grüne) hat Eltern schulpflichtiger Kinder zu mehr Gelassenheit geraten. "Wir sind mitten im demographischen Wandel. Das sollten sich besorgte Eltern stärker als bisher bewusst machen. Wir können es uns gar nicht leisten, irgendeinen Jugendlichen zu verlieren", sagte Löhrmann im Interview mit der "Welt".

Kinder hätten heute mehr Möglichkeiten als noch vor zehn, zwanzig Jahren, so Löhrmann. "Es gibt also keinen Grund zur Panik, wir sollten Druck aus der Debatte nehmen und Ängste abbauen. Jeder wird gebraucht, und auch mittlere Bildungsabschlüsse eröffnen heute viele Wege." Die alleinige Orientierung auf das Abitur sei unangebracht, sagte die Ministerin. Die überstürzte Umstellung der Gymnasien auf den achtjährigen Bildungsgang nannte Löhrmann einen Fehler. Änderungen seien geboten: "Dafür müssen die Lehrpläne überarbeitet werden, und wir brauchen gute Fortbildungen. Wir dürfen nicht weiter den Eindruck erwecken, dass das frühere Pensum von neun Jahren jetzt einfach in acht zu schaffen ist." Löhrmann sprach sich vehement dagegen aus, von Eltern zu verlangen, ihre Kinder in fachlicher Hinsicht zu unterstützen: "Die Eltern sollen aktiv Anteil nehmen am Bildungsweg ihrer Kinder, aber nicht in die Rolle von Hilfslehrern gedrängt werden. Da ist etwas aus dem Lot." Laut Studie beklagen vor allem Frauen der Mittelschicht, als Nachhilfelehrerinnen tätig werden zu müssen.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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