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Verurteilungsquote bei Vergewaltigung auf Tiefstwert

Archivmeldung vom 18.01.2016

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 18.01.2016 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Manuel Schmidt
Bild: Thorben Wengert / pixelio.de
Bild: Thorben Wengert / pixelio.de

Die Verurteilungsquote bei Vergewaltigungen ist in Deutschland auf einen Tiefstwert gesunken. Nur noch 7,7 Prozent aller angezeigten Vergewaltigungen enden mit der Bestrafung des Täters. Zu diesem Ergebnis kommt das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen, dessen Berechnung für 2014 "Bild am Sonntag" vorliegt. 2012 lag die Quote noch bei 8,4 Prozent.

Christian Pfeiffer, Kriminologe und ehemaliger Direktor des Instituts, sagte BamS: "Die sinkende Verurteilungswahrscheinlichkeit provoziert Vergewaltiger geradezu, ihre Tat zu wiederholen." Das sei wie eine Botschaft, dass man nichts zu befürchten habe, wenn man sich an Frauen vergehe. "Wir müssen dringend aufklären, woran die niedrige Quote liegt und wie man sie erhöhen kann", so Pfeiffer.

Auch Justizminister Heiko Maas (SPD) sieht Handlungsbedarf. Er sagte "Bild am Sonntag": "Der Tatbestand der Vergewaltigung ist zu eng beschrieben. Viel zu oft können Vergewaltigungen nicht bestraft werden. Das ist für die Opfer eine zweite furchtbare Erfahrung." Vor kurzem hat die Bundesregierung angekündigt, den Vergewaltigungsparagrafen verschärfen zu wollen. Der Gesetzentwurf soll noch in diesem Jahr verabschiedet werden.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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