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Betrugsdelikte mit Identitätsdiebstahl nehmen zu

Archivmeldung vom 01.02.2021

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 01.02.2021 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
In der Bundesrepublik Deutschland seit 1. November 2010 ausgegebener Personalausweis mit den Daten von Erika Mustermann[1]
In der Bundesrepublik Deutschland seit 1. November 2010 ausgegebener Personalausweis mit den Daten von Erika Mustermann[1]

Lizenz: Public domain
Die Originaldatei ist hier zu finden.

Mehrere hundert Anzeigen im Monat wegen Warenkreditbetrugs werden derzeit allein bei der Berliner Polizei registriert. Martin Halweg vom Landeskriminalamt Berlin bestätigte dem rbb den Anstieg der Fälle und erklärte, dass diese Betrugsmasche kaum aufzuklären ist.

Die Täter haben es leicht, an real existierende Adressen und Personendaten heranzukommen - mit Datendiebstahl im Internet oder auch mit dem Durchsuchen von Mülltonnen.  "Wir stellen oft fest, dass sich Täter im Altpapiermüll zu schaffen machen und dort alte Briefe herausholen, die Personaldaten dort abschreiben und nutzen."

Dann bestellen die Betrüger unter falschem Namen Waren auf Rechnung im Internet. Für die Bestätigung geben sie eine extra dafür angelegte Email-Adresse an. An diese wird auch die Sendungsverfolgung geschickt, so dass die Täter wissen, wann genau die Lieferung zum Empfänger kommt. Der Paketbote wird an der Haustür abgefangen, bevor er klingelt. Die Täter geben sich als Mieter des Hauses aus, zeigen sogar ihre Handys mit dem Emailverlauf zum Bestellvorgang, um das Vertrauen des Paketboten zu erlagen.

Möglich wird die Masche, wenn Paketboten sich nicht die Zeit nehmen, bei jeder Zustellung einen Identitätsnachweis zu fordern. DHL erklärte gegenüber dem rbb: "Bei einer Übergabe auf der Straße muss sich der Empfänger zwingend ausweisen. (...) Richtig ist aber auch: Wir stellen mehrere Millionen Pakete pro Tag zu - da geschehen leider auch Fehler."

Betroffene sollten die Rechnungen nicht bezahlen und umgehend Anzeige bei der Polizei erstatten und den Anbieter im Internet das Aktenzeichen mitteilen. Kämen Inkassoforderungen, so sollten die Geschädigten diesen widersprechen. Das Verbrauchermagazin "SUPER.MARKT" schildert das Schicksal einer Berliner Rentnerin, die noch nie etwas im Internet bestellt hat. Sie bekommt Rechnungen von über viertausend Euro für Bestellungen, die angeblich ihr Mann ausgelöst habe. Der aber ist seit mehr als 20 Jahren tot. Inzwischen ist sie auch mit Inkassoforderungen konfrontiert.

Alle Details und mehr Informationen: Verbrauchermagazin SUPER.MARKT, Montag, 01.02.2021, 20.15 Uhr im rbb.

Quelle: rbb - Rundfunk Berlin-Brandenburg (ots)

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