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Puma soll für menschenwürdige Standards sorgen

Archivmeldung vom 19.04.2010

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 19.04.2010 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt

Nicht nur der schärfste wirtschaftliche Abschwung in der Firmengeschichte sitzt der Führung des Sportartikelkonzerns Puma im Nacken: Anlässlich der Hauptversammlung des Unternehmens, die am morgigen Dienstag im fränkischen Herzogenaurach über die Bühne geht, formulieren entwicklungspolitische Organisationen massive Kritik an dem Geschäftsgebaren von Puma.

Die Vorwürfe der Puma-KritikerInnen: In Zulieferbetrieben des Sportriesen in China und El Salvador werden Hungerlöhne gezahlt und eine gewerkschaftliche Organisation der ArbeiterInnen im Keim erstickt. "Puma betont im Vorfeld der Hauptversammlung seine Unternehmensverantwortung, spricht davon, stark zu sein, indem es Gutes bewirkt. Für die NäherInnen in den Fertigungsstätten in Ländern des Südens muss diese Ethik-Propaganda wie blanker Hohn wirken", kritisiert Kirsten Clodius, Sprecherin der Christlichen Initiative Romero (CIR). "Puma muss endlich seinen hehren Worten Taten folgen lassen und existenzsichernde Löhne in seinen Zulieferbetrieben ebenso gewährleisten wie die Einhaltung der Gewerkschaftsfreiheit", führt Berndt Hinzmann vom INKOTA-netzwerk e.V. aus.

In China und El Salvador erhalten NäherInnen in den Puma-Zulieferbetrieben zwar jeweils den dort geltenden Mindestlohn. "Fakt ist aber, dass diese investorInnenfreundlichen Mindestlöhne gerade einmal die wichtigsten Lebensmittel abdecken, um eine ausreichende Kalorienzufuhr zum Überleben zu gewährleisten", legt Kirsten Clodius dar. "Dinge wie Kleidung, Miete, Strom, Wasser, Gesundheit und der Schulbesuch der Kinder bleiben auf der Strecke." "Von den Millionengewinnen, die Puma trotz deutlicher Einbrüche eingefahren hat, erhalten die ArbeiterInnen in den Zulieferbetrieben lediglich Brosamen. Mit der von Puma propagierten Verantwortung für eine bessere Welt lässt sich das nicht vereinbaren", stellt Berndt Hinzmann fest.

In seinem letzten offiziellen Nachhaltigkeitsbericht hatte Puma ganz offen die Position vertreten, es sei nicht die geeignete Zeit, einen Lohn zu fordern, der die Lebenshaltungskosten deckt. In den Augen von Clodius und Hintzmann ein "nicht zu überbietender Zynismus". "ArbeiterInnen müssen von dem, was sie täglich in den Puma-Fabriken leisten, leben können", fordern sie ihrerseits. "Um diese und weitere Interessen in ihren Fabriken zu vertreten, benötigen sie wiederum eine gewerkschaftliche Interessenvertretung in ihren Betrieben. Es ist die verdammte Pflicht und Schuldigkeit von Puma, für menschenwürdige Standards in seinen Zulieferbetrieben zu sorgen."

Quelle: Christliche Initiative Romero

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