Direkt zum Inhalt Direkt zur Navigation
Sie sind hier: Startseite Nachrichten Vermischtes Gillette: #MeToo-Clip erzürnt echte Männer

Gillette: #MeToo-Clip erzürnt echte Männer

Archivmeldung vom 17.01.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 17.01.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Bild: gillette.com
Bild: gillette.com

Der Rasierer-Riese Gillette polarisiert mit einem auf YouTube veröffentlichten Werbeclip. Denn das Video erwähnt gleich zu Beginn die #MeToo-Bewegung und hinterfragt, was genau das Beste im Mann sei. Dabei stellt es klassisch-aggressive Männlichkeit als negativ dar und ruft Männer zu positiverem Verhalten auf. Während manche das begrüßen, erntet der Spot massive Kritik und sogar Boykottaufrufe von jenen, die sich selbst offenbar als Verteidiger wahrer Männlichkeit sehen.

"Feministische Propaganda"

Der Clip spielt mit Gillettes bekanntem Slogan, indem er daraus die Frage macht, was das Beste ist, das ein Mann sein kann. Die Antwort scheint dem Spot zufolge klar: eben kein rücksichtsloser Rowdy, für den mit dem Argument "Jungs bleiben Jungs" Bullying und sexuelle Belästigung normal sind, sondern lieber jemand, der einschreitet, wenn er derartiges Verhalten beobachtet. Denn das könnte Vorbildwirkung haben für Jungen, die es sehen - weil die Buben von heute die Männer von morgen sind. Was manche als richtig positive Botschaft empfinden, erntet aber auch jede Menge heftige Kritik.

So sehen einige in dem Clip beispielsweise "feministische Propaganda" oder einen Beleg, dass Gillette keine "maskulinen Männer" als Kunden wolle. Entsprechend kursiert auch schon der Aufruf #BoycottGillette und manch einer kündigt der Marke die langjährige Treue auf. Ein kurzer Blick in die YouTube-Kommentare verrät freilich, aus welcher Ecke ein Gutteil der Kritik kommen dürfte. So fällt immer wieder das Kürzel "SJW" ("Social Justice Warrior"). Dieser einst neutrale Begriff ist heute ein beliebtes Iinstrument rechter Online-Recken, die den Charakter von Personen infrage stellen wollen, die für sozialliberale Werte wie Feminismus einstehen.

Problematische Marke

Dass ausgerechnet Gillette mit seiner Neuinterpretation des eigenen Slogans zu "The Best Men Can Be" ins Kreuzfeuer der Kritik selbsterklärter echter Männer geraten ist, entbehrt freilich nicht einer gewissen Ironie. Denn der 30 Jahre alte englische Slogan "The Best A Man Can Get" ist doch zweideutiger als sein deutsches Pendant "Für das Beste im Mann", wenn man bedenkt, was stereotyp das Beste ist, das ein Mann kriegen kann. Kein Wunder also, dass Kritiker der Ansicht sind, der Slogan könnte direkt aus den 1960er-Jahren stammen.

Zudem sieht sich Gillette mit dem Vorwurf der sexistischen Preisgestaltung konfrontiert. Als dieses Thema Anfang 2016 in Großbritannien allgemein hohe Wellen geschlagen hat, ermittelte "The Telegraph", dass der Rasierer Gillette Venus Swirl Flexiball vier Mal so viel kostet wie ein vergleichbares Männer-Modell. Da ist es also nicht verwunderlich, dass in Verbindung mit Gillettes aktuellem Clip das Kürzel SJW fällt - immerhin impliziert das den Vorwurf, jemand würde eine Agenda nur aus Eigennutz statt aus Überzeugung vorantreiben. Das scheint hier nicht ganz von der Hand zu weisen zu sein.

Quelle: www.pressetext.com/Thomas Pichler

Videos
Livestream aus Berlin vom 1.8.2020
Demo von Corona-Skeptikern in Berlin beendet
America's Frontline Doctors
America's Frontline Doctors - Das zensierteste Video auf deutsch
Termine
Transformatives Remote Viewing
85057 Ingolstadt
22.08.2020 - 23.08.2020
Newsletter
Wollen Sie unsere Nachrichten täglich kompakt und kostenlos per Mail? Dann tragen Sie sich hier ein:
Schreiben Sie bitte wund in folgendes Feld um den Spam-Filter zu umgehen

Anzeige