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Katholische Kirchenstatistik 2019: Weiterer Mitgliederschwund und weitere Schileßung von Pfarreien

Freigeschaltet am 26.06.2020 um 12:08 durch Andre Ott
Kirche verbietet sich selbst (Symbolbild)
Kirche verbietet sich selbst (Symbolbild)

Bild: qpress.de / Eigenes Werk

Die 27 deutschen (Erz-)Bistümer und die Deutsche Bischofskonferenz veröffentlichen heute (26. Juni 2020) die jährliche Kirchenstatistik für das vergangene Jahr. Die Katholiken machen in Deutschland 27,2 Prozent der Gesamtbevölkerung aus (22.600.371 Kirchenmitglieder).

Erneut hat sich die Entwicklung der zurückliegenden Jahre fortgesetzt, was vor allem mit Strukturveränderungen in den (Erz-)Bistümern zu tun hat: Die Zahl der Pfarreien hat sich auf 9.936 (2018: 10.045) verringert. Insgesamt gibt es 12.983 Priester (2018: 13.285), davon sind 6.460 Pfarrseelsorger (2018: 6.672). In den weiteren pastoralen Diensten weist die Statistik für 2019 3.335 Ständige Diakone (acht mehr als 2018), 3.267 Pastoralassistenten/-referenten (weiblich: 1.538, männlich: 1.729 - insgesamt sechs weniger als 2018) und 4.499 Gemeindeassistenten/-referenten (weiblich: 3.533, männlich: 966 - insgesamt 38 weniger als 2018) aus.

Der Gottesdienstbesuch lag in 2019 bei 9,1 Prozent (2018: 9,3 Prozent). Die Zahlen beim Sakramentenempfang sind zurückgegangen. So lag die Zahl der kirchlichen Trauungen bei 38.537 (2018: 42.789), die Zahl der Taufen bei 159.043 (2018: 167.787), die Zahl der Erstkommunionen bei 166.481 (2018: 171.336) und die Zahl der Bestattungen bei 233.937 (2018: 243.705). Auch im Jahr 2019 musste die katholische Kirche bei den Eintritten und Wiederaufnahmen ebenfalls einen Verlust verzeichnen. So lag die Zahl der Eintritte bei 2.330 (2018: 2.442), die Zahl der Wiederaufnahmen bei 5.339 (2018: 6.303). Die Zahl der Kirchenaustritte ist in 2019 erneut angestiegen: 272.771 Menschen haben die katholische Kirche verlassen (2018: 216.078).

Zur Statistik erklärt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing: "An den heute vorgelegten statistischen Zahlen 2019 gibt es nichts schönzureden. Erneut und wie in den vergangenen Jahren müssen wir einen Rückgang beim Empfang der Sakramente feststellen. Der Prozess der Erosion persönlicher Kirchenbindung zeigt sich dort besonders deutlich. Natürlich sind die Rückgänge auch demographisch bedingt, sie zeigen aber zunächst einmal auch die Tatsache, dass wir trotz unseres konkreten pastoralen und sozialen Handelns eine Vielzahl von Menschen nicht mehr für das kirchliche Leben motivieren. Besonders belastend empfinde ich die sehr hohe Zahl von Kirchenaustritten. Wir bedauern jeden Kirchenaustritt und wir laden jeden, der gegangen ist oder gehen will, ein, mit uns zu sprechen. Die Kirchenaustrittszahl zeigt, dass die Entfremdung zwischen Kirchenmitgliedern und einem Glaubensleben in der kirchlichen Gemeinschaft noch stärker geworden ist.

Die Kirche ist entsprechend ihrem Auftrag - gerade in diesen Krisenzeiten - sehr präsent: in der Öffentlichkeit, bei den Menschen und besonders bei denen, die am Rande der Gesellschaft leben, sowie bei den Kranken und Schwachen. Beides ist der Kirche abverlangt: die Caritas, aber auch die Verkündigung des Evangeliums. Gelingt uns diese Verkündigung in unserer Zeit und in einer Sprache, die noch verstanden wird? Es geht hier nicht darum, einem Zeitgeist hinterherzulaufen, sondern um die ehrliche Frage, ob wir die 'Zeichen der Zeit', wie es das Zweite Vatikanische Konzil sagt, erkennen und im Licht des Evangeliums deuten.

Dazu braucht es bisweilen auch mutige Veränderungen in den eigenen Reihen. Deshalb haben wir uns im vergangenen Jahr auf den Synodalen Weg der Kirche in Deutschland gemacht, um zu fragen, was Gott heute von uns in dieser Welt will. Wir werden die heute veröffentlichten Zahlen ernst nehmen und mit in die Diskussionen des Synodalen Weges einbringen. Dazu soll auch ein Studientag auf der nächsten Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda dienen, wo wir fragen wollen, was diese Statistik uns mitgibt für die Themen des Synodalen Weges. Gleichzeitig müssen wir uns auch die Frage stellen, wie Evangelisierung unter den konkreten Zeitzeichen gelingen kann, die uns alle in einer freiheitlichen Gesellschaft prägen.

Ich bin allen dankbar, die in der Kirche mitwirken und ein starkes Glaubensleben führen. Wir dürfen dankbar sein für den engagierten Dienst von Priestern, Diakonen, Pastoral- und Gemeindereferentinnen und -referenten. Es ist schmerzhaft zu sehen, wie die Anzahl der Priester zurückgeht. Auch das muss uns ein Hinweis darauf sein, dass wir in manchen Bereichen des kirchlichen Lebens nicht weitermachen können wie bisher. Wir brauchen neue Formen des Miteinanders von Priestern und Laien. Ich nutze die Gelegenheit, an diesem Tag einer schmerzhaften Statistik allen, die in der Seelsorge und im Ehrenamt wirken, ein großes Danke zu sagen, da das individuelle Engagement im statistischen Datenmaterial oft untergeht.

Ich schließe an das an, was unsere Bischofskonferenz schon früher einmal gesagt hat: Nach einem erheblichen Verlust von Glaubwürdigkeit müssen wir versuchen, diese zurückzugewinnen. Ehrlichkeit und Transparenz, hilfreiche Antworten der Kirche auf die Fragen der Zeit und manche Veränderungsprozesse sollen dazu helfen, das zu zeigen, was im Zentrum von Glauben und Kirche steht: das Angebot Gottes, im Glauben dem Leben eine Orientierung zu geben."

Quelle: Deutsche Bischofskonferenz (ots)


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