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Verfassungsschützer fürchten Gewalt durch Neonazi-Kampfsportler

Archivmeldung vom 09.03.2019

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 09.03.2019 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Andre Ott
Logo des Bundesamts für Verfassungsschutz (Inlandsgeheimdienst)
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Lizenz: Public domain
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Mehrere Verfassungsschutzämter haben vor Gewalt durch rechtsextreme Kampfsportler gewarnt. "Wir kennen die Kampfsportwettkämpfe seit vielen Jahren, doch wir registrieren als Verfassungsschutz eine zunehmende Bereitschaft in der rechtsextremistischen Szene, gezielt für gewalttätige Auseinandersetzungen etwa mit dem politischen Gegner zu trainieren", sagte Frank Nürnberger, Leiter des Landesamtes für Verfassungsschutz in Brandenburg, den SPD-nahen Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Nürnberger weiter: "Wir beobachten, dass gewaltbereite Neonazis auch aus Brandenburg zunehmend auch auf Kundgebungen auftreten, wie etwa in Chemnitz im vergangenen Sommer." Auch der Verfassungsschutz in Sachsen warnt vor einer "zunehmenden Militanzbereitschaft" durch Neonazi-Kampfsportler. "Wir beobachten das sehr genau und warnen davor, das gezielte Training für Gewaltaktionen zu unterschätzen", sagte Henry Krentz, Rechtsextremismus-Experte im sächsischen Landesamt, den Funke-Zeitungen . Einzelne Gruppen würden sich "auf einen angeblichen `Tag X`" vorbereiten, "an dem Rechtsextremisten den Zusammenbruch der staatlichen Ordnung erwarten und die Macht ergreifen wollen", hob Krentz hervor.

"Wir beobachten einen Trend hin zu einer konkreten Vorbereitung auf einen Straßenkampf. Es geht einigen Akteuren auch darum, für den Kampf mit politischen Gegnern zu trainieren." In den vergangenen Jahren haben sich vor allem in Ostdeutschland rechtsextremistische Kampfsportgruppen etabliert. Zu Veranstaltungen wie dem "Kampf der Nibelungen" und dem "Tiwaz Festival" kamen jeweils mehrere Hundert Teilnehmer und Besucher aus der Neonazi-Szene. Neben Kämpfen finden dort auch politische Reden und Konzerte von Rechtsrock-Bands statt. Aus Sicht des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes steigern die Kampfsport-Wettbewerbe auch die Attraktivität der Szene für "Hooligans und Rocker". Zudem etabliere sich mit den Events eine "Erlebniswelt Rechtsextremismus", sagte einer Sprecherin des Amtes den Funke-Zeitungen.

Der Kampfsport und die Wettbewerbe seien "die Verbindung von Event, Spaß und Gemeinschaftserlebnis" und machten Rechtsextremismus besonders für Jugendliche und junge Erwachsene interessant. Auch Rechtsextremismus-Forscher Robert Claus sieht Kampfsport, ebenso wie Rechtsrock und Hooliganismus, als ein tragendes Element einer "erlebnisorientierten" rechten Szene. Die Veranstaltungen dienten der Vernetzung, Finanzierung und Rekrutierung, so Claus in den Funke-Zeitungen. Für junge Leute werde damit "ein niedrigschwelliges Angebot gemacht, aus Gewalt, Männlichkeit, Zugehörigkeit und politischem Hass."

Quelle: dts Nachrichtenagentur


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