Direkt zum Inhalt Direkt zur Navigation
Sie sind hier: Startseite Nachrichten Vermischtes Experte warnt: Rituelle Beschneidung verändert das Gehirn der Kinder

Experte warnt: Rituelle Beschneidung verändert das Gehirn der Kinder

Archivmeldung vom 13.08.2012

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 13.08.2012 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch Thorsten Schmitt
Durchführung einer Brit Mila. Die Beschneidung ist im Judentum weit verbreitet.
Durchführung einer Brit Mila. Die Beschneidung ist im Judentum weit verbreitet.

Foto: Cheskel Dovid
Lizenz: GFDL
Die Originaldatei ist hier zu finden.

In der Debatte um ein Gesetz zur rituellen Beschneidung von Jungen warnt der Leiter des Deutschen Kinderschmerzzentrums, Boris Zernikow, davor, dass der Beschneidungsschmerz das Gehirn der Kinder verändere. "Es kann sich ein Schmerzgedächtnis bilden", sagte er dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Studien hätten gezeigt, dass ohne ausreichende Schmerztherapie beschnittene Kinder bei späteren Impfungen mehr Schmerz empfinden.

"Ihre Schmerzschwelle ist signifikant niedriger", so Zernikow. "Es liegt nahe, dass für sie später die Gefahr chronischer Schmerzen größer ist."

Der Professor an der Vestischen Kinderklinik in Datteln warnt vor allem vor der Beschneidung von Neugeborenen. Das schmerzunterdrückende System sei erst einige Monate nach der Geburt funktionstüchtig. "Sie empfinden mehr Schmerzen als ein Erwachsener", widerspricht Zernikow einer überholten Lehrmeinung, die sich sogar noch unter Ärzten halte. Gegen die Ausprägung eines Schmerzgedächtnisses könne nur eine betäubende Spritze direkt in die Nervenbahnen zwischen Penis und Gehirn helfen. Das gelinge selbst in Kliniken in fünf bis zehn Prozent der Fälle nicht. "Bei rituellen Beschneidungen oder anderen weniger fachgerechten Operationen dürfte die Erfolgsquote schlechter aussehen", so Zernikow im "Spiegel". Ärzte hätten einen Eid geleistet, keine Operationen aus nichtmedizinischen Gründen bei Minderjährigen vorzunehmen. "Was gäbe es beispielsweise für einen Aufschrei, käme ein Achtjähriger für eine Schönheitsoperation unter das Messer?", so der Schmerzmediziner.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

Anzeige: