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Lehrerverband erwartet Klagewelle infizierter Lehrer

Archivmeldung vom 26.06.2020

Bitte beachten Sie, dass die Meldung den Stand der Dinge zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung am 26.06.2020 wiedergibt. Eventuelle in der Zwischenzeit veränderte Sachverhalte bleiben daher unberücksichtigt.

Freigeschaltet durch André Ott
Bild: Thorben Wengert / pixelio.de
Bild: Thorben Wengert / pixelio.de

Lehrerverbandspräsident Heinz-Peter Meidinger erwartet, dass die Landesregierungen nach den Sommerferien wegen fehlender Schutzmaßnahmen mit Klagen von Lehrern rechnen müssen, die sich im Unterricht mit dem Coronavirus infizieren.

"Sollten die Kultusminister tatsächlich den Regelbetrieb in den Schulen wieder einführen und dafür die allgemein geltenden Abstands- und Sicherheitsregeln abschaffen, kann ich mir gut vorstellen, dass Lehrer an Covid-19 erkranken und den Staat verklagen", sagte Meidinger dem Focus.

Auch Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sieht in dem Vorhaben der Länder einen Rechtsbruch. "Ich rechne auf jeden Fall mit Erkrankungen und sich anschließenden Klagen nach den Sommerferien", sagte Volker Busch vom GEW-Rechtsschutz. Der Staat verletze seine Fürsorgepflicht. Juristen wie der Experte für Öffentliches Recht an der Uni Würzburg, Rolf Brinktrine, stützen diese Ansicht. "Ich halte es für nicht unwahrscheinlich, dass es Klagen gegen die Länder als Dienstherrn geben wird. Dann sind Schadenersatzansprüche und Amtshaftungsansprüche des Beamten gegen den Dienstherrn vor Gericht im Spiel", sagte Brinktrine dem Focus. Überdies sei durchaus möglich, dass Gerichte die Weisungen der Dienstherren als fahrlässige Körperverletzung einstufen.

Quelle: dts Nachrichtenagentur

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